Pay-TV Hacker gucken in die Röhre
San Jose - Seit seiner Gründung liefert sich der Abo-Fernsehsender DirecTV mit den Hackern ein Katz-und-Maus-Spiel. Nun gelang ihm ein harter Schlag gegen die TV-Piraten. DirecTV schickte an Millionen Empfangsgeräte ein Signal aus, das die manipulierten Fernsehkarten der Hacker lahm legte, mit denen diese bislang kostenlos in den Genuss des Satellitenfernsehens kamen. In der Hacker-Szene spricht man von einem "Schwarzen Sonntag".
Auf den Hacker-Seiten im Internet hieß es, es könne Wochen dauern, bis der "Schaden" behoben sei. DirecTV selbst räumte nur ein, elektronische Gegenmaßnahmen gegen die Hacker ergriffen zu haben. Näheres wollte die Firma, die 9,5 Millionen Kunden in den USA hat, nicht mitteilten. Sprecher Bob Marsocci sagte, man nehme den Diebstahl von Satellitensignalen sehr ernst. Schließlich geht es für die Firma um Millionen Dollar an Einnahmen. "Wir wissen, dass Satellitenfernsehen immer populärer wird. Und wenn es Ingenieure gibt, die ein solches System entwickeln können, dann gibt es auch andere, die es hacken können", sagte Marsocci.
Seit dem Start von DirecTV vor sechs Jahren haben es Hacker stets geschafft, ein Mittel zu finden, um das Bezahlen zu vermeiden. Sie kaufen dazu Empfangsgeräte von ehemaligen DirecTV-Kunden oder über das Internet. Jedes dieser Geräte ist mit einer Smartcard ausgerüstet, die das Gerät erst für die vom Kunden abonnierten Sender frei schaltet. Hacker haben dabei Wege gefunden, die Karten selbst so zu programmieren, dass sie alle Kanäle sehen können. Besonders populär ist das in Kanada, wo DirecTV offiziell gar nicht angeboten wird.
DirecTV hatte auch früher schon versucht, die Karten der Hacker lahm zu legen, aber praktisch ohne Erfolg. Bis jetzt. Rund 200.000 Fernsehpiraten waren betroffen, erklärte der Betreiber der einschlägigen Hacker-Websites HackHU.com und DishNetHack.com , der sich DeeEssEss nennt. "Das war eine sehr gute Abschreckung", meinte er. "Je mehr Geld die Leute ausgeben müssen, desto weniger werden sie hacken wollen."
Direkt nach dem Angriff riefen führende Hacker im Internet auf, Ruhe zu bewahren. Die besten Leute seien gerade dabei, Lösungen für das "Problem" zu erarbeiten.
Von May Wong, AP