PC-Tuning Besser Daddeln
In kaum einem anderen Bereich spielt die Leistungsfähigkeit eines Computers eine derart große Rolle wie bei Videospielen. Während die gängigen Büro- und Internetanwendungen selbst einen etwas betagten PC nicht vor Probleme stellen, erfordern hoch auflösende Grafiken und farbenfrohe Lichteffekte aktueller PC-Spiele viel Rechenkraft. Doch die Größe des Arbeits- und des Videospeichers alleine garantieren noch nicht, dass die bunten Spielwelten nach dem Kauf eines PCs auch ruckelfrei auf dem heimischen Monitor erstrahlen.
Vor dem Kauf eines Spiele-PCs sollte daher auf einige wichtige Details geachtet werden. Anderenfalls kann eine Schwachstelle, Computerexperten sprechen in diesem Fall von einem so genannten Flaschenhals, die Freude schnell trüben und weiteres Aufrüsten notwendig machen. Wer seinen PC in erster Linie zum Spielen nutzt, sollte sich deshalb nicht das erstbeste Gerät aus einem nahe gelegenen Elektronikmarkt zulegen. Zwar versprechen die großen Ketten regelmäßig höchste Grafikleistung und massenhaft Speicher. Doch bei 3D-Spielen der neuesten Generation kommt bei Billigangeboten anschließend kaum Freude auf.
Die Taktfrequenz des Prozessors ist bei neuen Computern nicht mehr so entscheidend wie noch vor wenigen Jahren. Der Grund: Moderne Grafikkarten verrichten mittlerweile selbst einen Teil der Arbeit. Viele der bunten Spielwelten gehen heute fast nur noch zu Lasten der Grafikkarten. Dies gilt vor allem, wenn der Spieler die höchste Detailstufe wählt. Dem Grafikprozessor kommt deshalb die entscheidende Bedeutung zu.
Zweitrangig ist beispielsweise, ob die Grafikkarte nun mit 128 oder mit 256 Megabyte Arbeitsspeicher ausgestattet ist. Wichtiger ist, dass sie über einen aktuellen Chipsatz verfügt. Zudem sollte der Grafikchip nicht auf dem Motherboard (Hauptplatine im Computer) sein, denn Onboard-Chips verfügen meist über keinen eigenen Speicher und nutzen stattdessen den Hauptspeicher mit. Außerdem sollte die Karte in vollem Umfang Microsofts Multimedia-Schnittstelle DirectX9 unterstützen.
Alter Chipsatz lässt Platinen erlahmen
Ähnliches gilt für den Arbeitsspeicher des Rechners. Die Masse alleine macht es nicht. Die Geschwindigkeit der Bausteine ist mitentscheidend für die Performance des PCs. Für aktuelle 3D-Spiele sollte 1 Gigabyte RAM vorhanden sein. Bei No-Name-Arbeitsspeichern läuft man Gefahr, billigere Chips zu bekommen. Nach stundenlangem Spielen drohen dann Abstürze. Entscheidet man sich für einen Intel-Prozessor, ist DDR2-RAM zu empfehlen. Die Prozessoren des Konkurrenten AMD laufen auch mit DDR-RAM gut.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist das Motherboard. Ist dessen Chipsatz veraltet, bremst die Hauptplatine das komplette System aus. Ein bekannter Name als Hersteller des Mainboards allein reicht nicht aus. Denn auch namhafte Hersteller haben preiswerte Mainboards mit nicht mehr ganz aktuellen Chipsätzen im Programm.
Ist der Rechner bereits gekauft und das Lieblingsspiel ruckelt aber nur über den Bildschirm, geben Benchmark-Programme Auskunft über mögliche Schwachstellen des Systems. Programme wie «3DMark05» von Futuremark geben Aufschluss über die Leistungsfähigkeit des PCs. Das Programm kann in einer abgespeckten Version umsonst von der Homepage www.futuremark.com herunter geladen werden.
Wer auch für die Spiele des kommenden Winters gerüstet sein möchte, sollte sich in kleineren Computerläden beraten lassen. Viele Läden bieten auch für weniger als 1000 Euro PC-Systeme an, auf denen die gängigen Spiele problemlos laufen. Wer über ausreichend technisches Verständnis verfügt, baut sich den zukünftigen Rechner selbst zusammen. Das muss unter dem Strich nicht einmal teurer sein als ein vermeintliches Schnäppchen-Angebot von einer der großen Elektronikketten.
André Klohn / DDP