PDAs im Test, Teil 2 "Clocla" und Cassiopeia
Ehrlich, ich habe mich bemüht, den kleinen Apparat zu mögen. Habe stundenlang in meiner Küche gesessen und die Geburtstage aller meiner Freunde eingegeben. Habe meine drei bis fünf Termine verwaltet, die ich wöchentlich so habe. Bin morgens nach dem Aufstehen sofort zu ihm gelaufen und habe gecheckt, was so ansteht für den Tag: Zuverlässig hat er mir morgens um neun Uhr mittels eines Pieptons signalisiert, dass ich ganz schnell zum Bus laufen muss. All das habe ich getan und noch vielmehr - und jetzt weiß ich eines ganz sicher: Für Menschen wie mich gibt es kaum etwas überflüssigeres als Pocket-PCs wie den Casio Cassiopeia EM-500G.
Menschen wie ich, die nicht jeden Tag 13 Termine haben oder auch unterwegs auf Tabellenkalkulationsprogramme angewiesen sind. Menschen, die dazu in der Lage sind, gewisse Dinge kraft des Gedächtnisses ganz einfach im Kopf zu behalten. Sicher: Der Cassiopeia ist schön und klein und kann ganz viele tolle Sachen. MP3-Musik-Dateien und Real-Video-Filme abspielen zum Beispiel. Oder 5000 Termine und ebenso viele Namen, Telefonnummern und Geburtstage verwalten. Oder Töne aufzeichnen, was zum Beispiel Sinn macht, wenn man sich zu einer bestimmten Zeit von seiner eigenen Stimme daran erinnern lassen möchte, dass Oma Geburtstag hat.
Der Cassiopeia und ich - wir haben nicht zueinander gefunden. Das fing schon damit an, dass er meine Schrift nicht mag. Alle Notizen, die ich mit dem Plastikstift aufs Display geschrieben habe, wurden von seinem Schrifterkennungsprogramm völlig irrsinnig übersetzt: Aus "Guido" machte er zum Beispiel "Clocla", aus "Kleinhubbert" wurde "Lceinlrobberlc".
Da hält man es besser mit der Eingabe über die Tastatur, die allerdings auch mühsam ist. Man tippt mit dem Plastikstift auf die einzelnen Buchstaben und ist dankbar dafür, dass der Cassiopeia ein wenig mithelfen will: Er bietet nach zwei bis drei Buchstaben an, das Wort selbständig zu beenden. Nach der Eingabe der Buchstaben "ge" geht er zum Beispiel davon aus, dass der Nutzer wohl das Wort "Getreide" im Sinn hatte: nicht "gehen" oder "geben", nicht "Gespräch" oder "Geld". Komische Prioritäten, die er da hat.
Praktisch ist es natürlich, dass man mit dem "Cassiopeia" dank eines voreingebauten Modems auch seine E-Mails checken kann. Allerdings gehört das Kabel, mit dem ein Handy mit dem Pocket PC verbunden werden kann, nicht zur Grundausstattung des Cassiopeias. Eine echte Frechheit.
Für den möglichen Anschluss an den heimischen PC ist dagegen gesorgt. Um sich weitere Programme auf den Cassiopeia zu laden, reichte mein uralter 133 MHz-PC allerdings nicht aus. Auf einem 300 MHz-Rechner lief dagegen alles ganz reibungslos. Da habe ich mir dann Mp3-Dateien und einige witzige Action-Games auf den Casio geladen. War auch nötig. Denn vorinstalliert ist gerade einmal ein einziges Spiel: "Solitär". Das ist mir viel zu kompliziert.
Übersicht: Der Cassiopeia EM-500G auf einen Blick
Archiv: Palm Vx - Verständnisvoller Schönling