Peinlich AIM mit Hintertür?
Seit langem kursieren entsprechende Gerüchte: AIM, der weltweit meistgenutzte Web-Dienst für Sofort-Nachrichten, soll "knackbar" sein. Der Instant Messenger gilt nicht unbedingt als Fort Knox unter den Programmen. Problematisch ist das deshalb, weil die verschiedenen Accounts über so genannte Buddy-Listen miteinander verbunden sind: Knackt man einen Account, erhält man auch die Adressen diverser anderer.
Genau das, behaupten von "Wired" interviewte, natürlich anonymisierte Hacker nun, sei ein Kinderspiel.
Mit Hacker-Tools wie "AOLThief" oder "AimThief" sei es einfach, einen AIM-Account regelrecht zu kidnappen: Der Hacker logge sich unter dem Usernamen eines AIM-Nutzers in die Datenbanken der AOL-Nutzerverwaltung ein und überschreibe den betroffenen Account einfach auf sich. Alle an den AIM-Account gebundenen Informationen - inklusive der Adressbücher - stehen dem Eindringling offen. Er könne sowohl im Namen des Bestohlenen weiterposten als auch versuchen, Viren oder Trojaner zu verteilen, mit denen sich brisante Daten wie Kreditkartennummern und Passwörter erschnüffeln lassen.
In Tests, schreibt "Wired"-Autorin Michelle Delio, hätten die Hacker bewiesen, dass ihre Tools tatsächlich funktionieren. Das scheint man auch bei AOL zu wissen, gibt sich aber zugeknöpft und wenig auskunftsfreudig.
Die letzte Version des AIM, antwortete AOL-Sprecher Nicholas Graham auf Anfrage, stelle "die sicherste Version" dar, die AOL je angeboten habe. Graham: "Wir arbeiten ständig an der Verbesserung dieses Produktes."
Und die Sicherheitslücken? "Wir sind uns dieses Themas bewusst", sagt Graham, ohne viel zu sagen, "und untersuchen fortlaufend in dieser Richtung."
Die Hacker auch. Einige AIM-Hacking-Tools funktionieren nicht mehr, die derzeit eingesetzten angeblich nur bei Accountnamen, die nicht mehr als zehn Zeichen haben. Aber an einer "Verbesserung" der Einbruchsmöglichkeiten wird ständig gearbeitet. Bevor AOL es schafft, sich gegen die Programme zu schützen.