Photokina Köln Paradies für Knipser
Köln - Mit demonstrativem Optimismus hat die Fotobranche am Dienstag ihre weltgrößte Fachmesse Photokina eröffnet. Mehrere der insgesamt 1.523 Aussteller in Köln zeigten sich zuversichtlich, mit ihren Angeboten rund um das Bild der zunehmenden Flaute im Privatkonsum trotzen zu können.
Die größte Dynamik geht in der Branche von digitalen Spiegelreflexkameras sowie von den Angeboten für die Präsentation von Fotos aus. Panasonic-Manager Tokikazu Matsumoto sagte am Dienstag, die Zahl der weltweit verkauften Spiegelreflexkameras werde bis 2010 von derzeit sieben Millionen auf zehn Millionen steigen. Allerdings gebe es bei vielen Hobby-Fotografen noch Vorbehalte, weil die digitale Spiegelreflexkamera oft als zu schwer und zu kompliziert betrachtet werde, heißt es bei Panasonic.
Die Kluft zwischen den einfachen Kompaktkameras und den Geräten für höhere Ansprüche will der Hersteller mit der neuartigen Wechselobjektivkamera Lumix G1 überbrücken. Zusammen mit Olympus hat Panasonic ein neues Kamerakonzept namens Micro Four Thirds entwickelt. Dabei sollen die Fähigkeiten der Spiegelreflexkameras mit der einfachen Bedienung von Kompaktkameras verbunden werden. Diese Geräte verzichten auf den Schwingspiegel, der die Lichtstrahlen durch das Objektiv zum Sucher führt.
Auch wenn Megapixel nicht alles sind, treibt die Branche ihre Innovationen an der Schnittstelle zwischen Optik und Digitaltechnik weiter voran. "Das menschliche Auge ist der beste verfügbare Sensor", sagte Fujifilm-Manager Adrian Clarke, der auf dem Kölner Messegelände am Rhein am Dienstag einen neuen Sensor vorstellte, der im nächsten Jahr in digitale Kameras eingebaut werden soll. Für den Super CCD EXR sei eine neue Farbfilter-Matrix entwickelt und der Signalprozessor weiter verbessert worden, um eine höchstmögliche Abbildungsqualität zu erreichen.
Immer wichtiger werde das bleibende Bild, sagte der Deutschland-Chef von Fujifilm, Helmut Rupsch. Dazu gehörten Fotobücher und andere Arten von Präsentationen bis hin zum persönlichen Foto auf der Badezimmertür, sagte Rupsch.
Für die Verarbeitung der Fotos stellte Adobe am Dienstag eine neue Version der Profi-Software Photoshop vor. Das Programm als Teil des umfassenden Programmpakets Creative Suite 4 vereinfacht Arbeitsabläufe und ermöglicht erstmals die Bearbeitung von 3D-Modellen. Auch Microsoft stellt auf der Messe seine Software-Angebote für die Foto-Bearbeitung vor.
Die von Vorträgen und Workshops begleitete Messe ist bis Sonntag geöffnet. Zwei Drittel der Aussteller kommen aus dem Ausland, vertreten sind Unternehmen aus 49 Ländern. Die Messeleitung erwartet etwa 160.000 Besucher und damit etwa ebensoviele wie bei der letzten Veranstaltung vor zwei Jahren.
pat/AP