Piraterie Microsoft verklagt Dutzende US-Händler
Die Klagen seien in den US-Bundesstaaten Colorado, Georgia, Illinois, New Jersey, New York, Ohio und South Carolina eingereicht worden, teilte Microsoft mit. Den Firmen werde vorgeworfen, Software illegal zu kopieren oder unerlaubt auf Computern zu installieren, die sie dann verkaufen. "Durch die Klagen von heute sollte unsere Botschaft sehr klar sein", sagte Mary Jo Schrade, Anwältin bei Microsoft, der Mitteilung zufolge. "Wir werden uns dafür einsetzen, dass Piraterie ein Geschäftsmodell ist, das nicht funktioniert."
Microsoft hatte in jüngster Zeit im größeren Stil mit dem Vertrieb eines Programms namens "Windows Genuine Advantage" begonnen. Dieses prüft, ob ein Computer mit legalen Versionen von Windows arbeitet.
Bei den Klagen geht es um die Flaggschiffe des Software-Riesen, Office und Windows, mit denen Microsoft hohe Renditen einfährt. Beobachter erklären die Klagen auch damit, dass der Software-Markt zunehmend gesättigt ist. Mit dem konsequenten Vorgehen gegen Piraterie will das Unternehmen auch ein Signal für Firmenkunden und Verbraucher setzen.
Bislang waren vor allem Länder wie China, Russland und Indien im Fokus der Pirateriebekämpfer. Doch Microsoft will sich offenbar nicht vorwerfen lassen, seinen Heimatmarkt nicht im Auge zu haben. Schrade sagte, das Ausmaß der Piraterie in den USA sei zwar wahrscheinlich niedriger als in allen anderen Ländern der Welt, doch trotzdem sorge man sich auch über die Lage im Land.
Laut Schrade verschickte Microsoft in jedem der 26 Fälle ein Warnschreiben, bevor später die Klage eingereicht wurde. Chu Son, ein von Microsoft verklagter Computerhändler aus Denver, bestreitet jedoch, je einen solchen Brief bekommen zu haben. Son erklärte, er repariere vor allem PCs und verkaufe nur selten Office-Pakete. Die Klage beziehe sich auf 10 bis 15 Office-Versionen, die Son zuvor bei Ebay gekauft hatte und von denen er angenommen habe, sie seien legal. "Angst macht mir vor allem, dass die [Microsoft, d.R.] so groß sind und ihre Muskeln spielen lassen."
hda/AP/dpa