Preissenkung: Xbox billiger als PS2 - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Preissenkung Xbox billiger als PS2

Microsoft läutet die nächste Runde im Preiskrieg der Konsolen ein: Ab Freitag ist die Xbox europaweit für 199 Euro zu haben. Damit liegt der empfohlene Kaufpreis erstmals unter dem der PS2. Wer klug shoppt, bekommt beide noch billiger.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Xbox, Microsofts Videospielsystem der nächsten Generation", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des IT-Riesen, "feiert mit einem neuen europäischen Preis ein Xbox-grünes Jahr 2003".

Das klingt doch schön, fast österlich und danach, dass Microsoft nichts mehr am Herzen läge, als den Fans eine kleine Freude zu machen. Das ist natürlich Werbesprache und hat einen weit ernsteren Hintergrund: Längst schon klingen die Verlautbarungen aus dem Xbox-Lager, den Marktführer Playstation 2 von Sony beerben zu wollen, nicht mehr so vollmundig wie zu Beginn. Die PS2 ist nicht einzuholen und der Kampf um die Marktführerschaft damit auf die nächste Gerätegeneration verschoben.

Inzwischen geht es Microsoft darum, die Box als Nummer 2 gesund im Markt zu etablieren - und dabei geht es gegen den Gamecube von Nintendo. Der - Nachtigal, ich hör dir trapsen - kostet ebenfalls 199 Euro und war bisher das Schnäppchen unter den drei Konsolen.

Das eigentliche Ziel der Attacke: der Gamecube

Die Senkung um immerhin 20 Prozent dürfte die nächste Runde im Preiskrieg der Konsolenhersteller einläuten. Der Gamecube hat seine Fans, aber leider nicht genug davon: Vor wenigen Tagen erst musste Nintendo eingestehen, statt der avisierten zehn Millionen Einheiten, die das Unternehmen im ersten Jahr verkaufen wollte, nur 5,6 Millionen abgesetzt zu haben. Viele Branchenbeobachter hat das überrascht: Der Verkauf der Xbox lief erst sehr schleppend an, während der Gamecube anfänglich weg ging wie warme Semmeln.

Da hat sich das Blatt offenbar gewendet, denn Microsoft meldet glaubhafte acht Millionen verkaufte Xboxen und liegt damit klar auf dem zweiten Rang in einem Markt, der nach Expertenmeinung Platz für zwei Anbieter bietet - nicht aber für drei.

Jetzt konkurriert die Xbox offen auch preislich mit dem Cube, der im direkten Vergleich aber schlechter abschneidet: Die Xbox hat technisch wie von ihren bereits verwirklichten Möglichkeiten her die Nase vorn. Das dürfte schwer werden für Nintendo und den Preis des Würfels binnen Tagen fallen lassen, wenn die Japaner verhindern wollen, hier noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

Sonderpreise und -konditionen verlangen längst auch die Fans, denn tatsächlich ist es schon fast die Ausnahme, die Spielekonsolen zu ihrem empfohlenen Verkaufspreis im Handel zu sehen. Der unterbietet sich mit Sonderangeboten und preisgünstigen Software-Hardware-Bundles, was das Durchschnitts-Preisniveau für die Konsolen realistisch etwa 15 Prozent unterhalb des empfohlenen Preises ansiedelt. Kluge Shopper erschnuppern Preisabschläge bis zu 20 Prozent.