"Prescott": Intel stellt die nächste P4-Generation vor - DER SPIEGEL
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"Prescott" Intel stellt die nächste P4-Generation vor

Warum bis zur Cebit warten, scheint man sich bei Intel gedacht zu haben: Wenige Wochen vor der Frühjahrs-Novitätenshow in Hannover stellt Intel seine neuesten Prozessoren vor. Die sollen mit bis zu 4 Ghz brummen.
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Anders als in anderen Vergleichswettkämpfen zwischen protzenden Konkurrenten gilt auf dem Halbleitermarkt die Devise "Je kleiner und schneller, desto besser". Jahr für Jahr reizen die Chip-Unternehmen ihre technischen Möglichkeiten bis zum Anschlag aus. Das Megahertz-Rennen ist dabei längst vergessen, heute misst man in "Giga-Hetz".

Intels neueste Generation des P4-Prozessordesigns legt da noch ein paar Kohlen aufs Feuer: Ein größerer Speicher und weitere Verbesserungen sollen Taktgeschwindigkeiten bis zu vier Gigahertz bis Ende des Jahres ermöglichen. Zunächst jedoch geht "Prescott" mit Geschwindigkeiten von 2,8 GHz bis 3,2 GHz an den Start. Ein 3,4-GHz-Modell soll in wenigen Monaten folgen.

Die neuen Pentium-4-Prozessoren werden 125 Millionen Transistoren statt bislang 55 Millionen haben. Die meisten zusätzlichen Schaltungen entfallen auf den von 512 Kilobyte auf ein Megabyte vergrößerten Prozessorspeicher. Die Prozessoren werden insgesamt aber kleiner werden, da sie erstmals in der 90-Nanometer-Technik gefertigt werden.

TCPA oder nicht? "Kein Kommentar"

Zu Berichten, dass Intel in die neuen Chips auch Schaltkreise eingebaut habe, über die neue, Hardware-basierte Sicherheitsmechanismen oder auch Urheberschutzprogramme aktiviert werden können, will Intel keine Stellung nehmen.

Solche erweiterten Sicherheitsfunktionen sind Teil der "Next Generation Secure Computing Base" (NGSCB), die Microsoft mit der nächsten Version von Windows ("Longhorn") einführen will. Hinter dem krauten Kürzel NGSCB verbirgt sich nichts anderes als die heftig umstrittene TCPA/Palladium-Initiative von Microsoft, Intel und anderen Branchengrößen.

Kritiker befürchten, dass das Sicherheitsdesign nicht zuletzt auch darauf abzielt, ein kontrollierbares Digital Rights Management auf Consumer-Rechnern zu installieren. Damit ließen sich beispielsweise kostenpflichtige Produkt-Updates erzwingen, aber auch kontrollieren, wer welche Programme auf seinem Rechner einsetzt und welche er einsetzen darf.

Nachdem das Konzept sofort nach seiner Vorstellung auf heftige Kritik in Öffentlichkeit und Medien stieß, änderten die in der "Trusted Computer Group" TCG zusammengefassten Unternehmen den Namen ihres plakativ "Palladium" benannten Programmes in das kryptische und schwer zu merkende "Next Generation Secure Computing Base" NGSCB. Die beteiligten Unternehmen bestreiten, dass dies aus Imageerwägungen geschehen sei. Als federführend auf der Hardwareseite der TCG-Gruppe gilt Intel.