RealAudio 8 Besser als MP3?
Seattle - Der Software-Konzern RealNetworks hat eine neue Technologie für die Komprimierung und Übertragung von Musik über das Internet vorgestellt. RealAudio 8 soll das frühere G2-Audio-Format ersetzen, eine Codierungstechnik, die die Digitalisierung von Musik und das Streaming über das Netz erlaubt.
Das neue Format ist eine Gemeinschaftsentwicklung von RealNetworks und der japanischen Elektronikfirma Sony. Die Software basiert auf der Atrac3-Technologie von Sony - einem Kompressionsverfahren, das der Elektronikriese bisher bei der Minidisc eingesetzt hat.
Auf diese Weise soll eine höhere Qualität bei der Kompression und bei der Übertragung von Audio-Dateien über das Internet gewährleistet werden, so RealNetworks Sprecher Rob Grady. Das Übertragungsvolumen der mit RealAudio-8-Format übertragenen Daten schrumpft - verglichen mit der Vorgängerversion - auf zwei Drittel.
Das neue Kompressionsverfahren soll deutlich leistungsfähiger sein als das beliebte MP3-Format: Um mit MP3 CD-Qualität zu erreichen, müsste Musik mit 128 Kilobit pro Sekunde komprimiert werden. Ein fünfminütiges Lied würde mit MP3-Technik somit fünf Megabyte auf dem Computer einnehmen. Ganz anders das hauseigene Produkt: Mit RealAudio 8 bliebe, so Grady, CD-Qualität bereits mit 64 Kilobit pro Sekunde erhalten - eine Behauptung, die Konkurrent Microsoft für sein Windows Media Audio auch aufstellt. Der Speicherplatz für den Fünf-Minuten-Song würde somit auf 2,5 Megabytes reduziert.
So ganz CD-Qualität scheint aber auch RealAudio mit 64 Kilobit pro Sekunde nicht zu erreichen: Wie RealNetworks selbst einräumt, hätten neun von zehn Testhörer keinen Unterschied zur CD feststellen können.