Regulierer Breitband-Angriff auf die Telekom
Berlin - Anfang nächsten Jahres werde seine Behörde über den Zugang von Telekom-Wettbewerbern zu Angeboten im Hochgeschwindigkeitsdatennetz der sogenannten Digital Subscriber Line (DSL) entscheiden, sagte Scheurle der "Berliner Zeitung". DSL gilt als Schlüsseltechnik für das Angebot breitbandiger Internetzugänge mit hoher Datenübertragungskapazität, etwa auch für Bilder und Filme.
"Wir müssen darauf achten, dass der DSL-Markt nicht kaputt gemacht wird, bevor er sich richtig entwickeln kann", sagte Scheurle. Der Behörde lägen Beschwerden von Mitbewerbern vor. "Wir werden deshalb schon Anfang nächsten Jahres eine Regulierungsentscheidung in diesem Zusammenhang fällen."
Aufteilung von Telefonanschluss und DSL-Zugang
Zwei Unternehmen hätten beantragt, künftig nicht mehr wie bisher komplette Telefonanschlüsse mieten zu wollen, sondern bei der Telekom nur noch ein Frequenzspektrum zu wettbewerbsfähigen Preisen einkaufen zu wollen. "Das würde bedeuten, dass ein Kunde seinen Telefonanschluss behält, der DSL-Zugang aber von einem anderen Anbieter bereit gestellt wird." Dies sehe im übrigen auch eine EU-Verordnung vor.
Die breitbandigen Angebote verlangen einen direkten Zugang zum Kunden. "Und den gibt es nur im Ortnetz", sagte Scheurle weiter. Es gebe bereits 94 Firmen, die mit der Telekom die Überlassung von Teilnehmeranschlüssen vereinbart hätten. Weitere 18 Anbieter hätten Frequenzen zum Betrieb von Richtfunkanschlüssen im Ortsbereich. "Zudem hoffen wir, dass künftig auch Fernseh-Kabelnetzbetreiber Telefondienstleistungen anbieten werden."
Die Regulierungsbehörde hatte erst am Donnerstag der Telekom auferlegt, im normalen (schmalbandigen) Telefonnetz Wettbewerbern im Internet-Bereich eine zeitunabhängige Großhandels-Pauschale ab Februar 2001 anzubieten. Bislang kaufen diese noch Zeiteinheiten zu einem Preis von rund 1,5 Pfennig je Minute, um Kunden eine so genannte Flatrate anzubieten.