RoboCup: Deutschland gewinnt Eröffnungsspiel - DER SPIEGEL
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RoboCup Deutschland gewinnt Eröffnungsspiel

Der Start war nicht leicht. Das deutsche Roboterhunde-Team beim RoboCup in Bremen kämpfte mit Softwareproblemen und Totalausfällen. Am Ende jedoch reichte es für einen eindeutigen Sieg gegen Japan.
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Zu Beginn der zweiten Halbzeit geht es Schlag auf Schlag. Erst schießt der Roboterhund mit der Nummer 3 des "German Teams" ein Tor. Dann startet Vierbeiner Irene durch und bringt den Ball zwei Mal ins gegnerische Tor der japanischen "Asura". Irene legt sich hin und streckt alle Beine von sich. Sie freut sich offensichtlich. Doch dann fällt sie aus und muss vom Spielfeld genommen werden, ebenso die anderen zwei Feldspieler. Ein Softwarefehler. Am Ende steht es dennoch 3:0 für die deutschen Roboter-Kicker.

Programmiert haben die Roboterhunde Informatik-Studenten der Uni Bremen, der Berliner Humboldt-Universität und der Technischen Uni Darmstadt. Die vierbeinigen Kicker können eigenständig mithilfe einer Kamera im Kopf den Ball, das Tor und die Spieler erkennen und darauf reagieren. Das "German Team" gilt als einer der Favoriten bei dem am Mittwoch in Bremen eröffneten "RoboCup 2006". 2005 und 2004 holte es den WM-Titel in der Roboterhunde-Liga.

Mit dem ersten Vorrundenspiel ist Team-Sprecher Thomas Röfer trotz des Siegs alles andere als zufrieden. Dass die Roboter während des Spiels ständig ausfielen, sei katastrophal. "Da müssen wir unbedingt noch mal ran", sagt er. Einen Tag lang hatte die 28-köpfige Mannschaft Zeit, den Softwarefehler zu beheben. Das nächste Spiel wird am heutigen Donnerstag gegen das iranische Team "Impossibles" ausgetragen.

Bis Sonntag kicken in der Messe Bremen verschiedenartige mechanische Wesen in fünf Ligen gegeneinander. Chancen auf WM-Titel haben etwa virtuelle Spieler in der Simulationsliga, die mechanischen Hunde in der Four-Legged-Liga und Zweibeiner in der Humanoidliga. An den Start gehen insgesamt 440 Teams aus 36 Ländern, bestehend aus 2500 Informatikern, Ingenieuren und jungen Nachwuchskräften. Es werden 20.000 Zuschauer erwartet.

"Ich gehe davon aus, dass wir in der Roboterhundeklasse mindestens ins Viertelfinale kommen", sagt "RoboCup"-Organisationschef Ubbo Visser von der Uni Bremen. So weit es möglich ist, wird nach den FIFA-Regeln gespielt. Aber nur in der Simulationsliga rennen virtuelle Fußballspieler wie die Profis in Elfer-Mannschaften übers Feld. Bei den Roboterhunden stehen sich jeweils vier gegenüber, in der Humanoidliga spielen höchstens zwei 40 Zentimeter große Zweibeiner gegeneinander. Ein Spiel dauert 20 Minuten.

Neben der Fußball-Liga wird auch der "RoboCup-Rescue" ausgetragen, in der Roboter in simulierten Katastrophenszenarien Leben retten.

Rund 1000 Jugendliche beteiligen sich zudem am "RoboCup-Junior" mit den Kategorien Fußball, Tanz und Lebensrettung.

Die Ergebnisse des "RoboCup" sollen unter anderem dazu dienen, mechanische Spürhunde zu konstruieren. Diese werden dort benötigt, wo Menschen nicht mehr hinkommen etwa in Erdbebengebieten. Ziel ist es zudem, Roboter verstärkt im Haushalt einsetzen zu können. Zum Forschen und Üben sei der Roboter-Fußball genau das Richtige, sagt Visser. "Fußball ist dynamisch", sagt Visser, "der Spieler muss innerhalb von kürzester Zeit erkennen, wo bin ich und was muss ich als nächstes tun."

Röfer und sein Team arbeiten daran, dass die deutschen Hunde bis zum nächsten Vorrundenspiel wieder fit sind. Falls sie doch nicht wie erhofft ins Viertelfinale kommen, gibt es im nächsten Jahr eine neue Chance. Dann wird der "RoboCup" in Atlanta in den USA ausgetragen.

Von Janet Binder, ddp

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