Robotik: Raupen-Maschine ist nicht zu stoppen - DER SPIEGEL
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Robotik Raupen-Maschine ist nicht zu stoppen

Ein neuer, raupenartiger Roboter ist in der Lage, sich in schwierigstem Terrain zu bewegen, Steigungen zu erklimmen und Gräben zu überwinden. Dabei bewegt sich die Maschine wie eine Raupe, kriecht, windet sich und verlagert bei Bedarf ihr Gewicht, um über Hindernisse zu klettern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Roboter mit dem Spitznamen "Snakebot" wurde von einem Team der University of Michigan entwickelt. Auf der Webseite  der Arbeitsgruppe gibt es auch ein Video des Raupen-Roboters in Aktion zu sehen.

Das Gerät, das eigentlich den offiziellen Namen "OmniTread" trägt, kriecht Röhren hinauf, erklimmt Treppen, krabbelt über Eisenbahnschienen und unwegsames Gelände. Selbst Gräben, die halb so breit sind wie der Roboter lang, kann OmniTread überwinden. Das spezielle Design sorgt dabei dafür, dass er nicht steckenbleibt - ein Problem, das bei anderen Robotern mit Rädern oder Kettenantrieb häufig auftritt.

OmniTread bewegt sich, indem er seitlich rollt oder mit den rund um seinen schlauchartigen Körper angebrachten Transportbändern vorwärts kriecht. Um Hürden zu überwinden, kann er sein Vorderende hochheben. Um beim Abstieg über steile Hänge nicht vornüber zu kippen, wird der "Schwanz" eingesetzt. 80 Prozent der Oberfläche des Snakebot sind mit den Laufbändern bedeckt.

Bislang wird der Roboter noch per Kabel-Fernbedienung von einem Menschen gesteuert, mit Hilfe eines Joysticks und spezieller Software. Eine kleinere, unabhängig agierende Version wird im Augenblick entwickelt.

OmniTread, zu Deutsch etwa "Allesgänger", nennen Johann Borenstein und seine Kollegen den der Roboter, weil er praktisch nicht aufzuhalten ist. Der OmniTread ist in fünf kastenförmige Segmente unterteilt, die in der Mitte von einer künstlichen "Wirbelsäule" verbunden werden, die auch für die Kraftübertragung sorgt. Bälge in den Gelenken zwischen den Segmenten können aufgepumpt oder geleert werden, um seitliches Einknicken zu ermöglichen. Die zwei vorderen oder hinteren Segmente können so bei Bedarf hochgehoben werden, um Steilwände zu erklimmen oder über Hindernisse zu klettern.

Der Roboter sei ideal etwa für die Untersuchung gefährlicher Regionen oder für Überwachungsaufgaben in industriellen oder militärischen Einrichtungen, sagte Borenstein gegenüber der Technologie-Nachrichtenseite Physorg. Eine genaue Beschreibung der Technik von Snakebot findet sich in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes "International Journal on Industrial Robots".