Sabotage-Programme: E-Mail von "Mixter" - DER SPIEGEL
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Sabotage-Programme E-Mail von "Mixter"

Der deutsche Hacker, von dem eines der vermutlich bei der Attacke auf CNN, Yahoo und andere Webdienste verwendeten Angriffsprogramme stammt, hat sich in einer E-Mail von der Server-Sabotage distanziert.
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Hamburg/Washington - Der unter dem Pseudonym "Mixter" auftretende Programmierer räumte in einer E-Mail an die Deutsche Presse-Agentur (dpa) ein, er habe eines der vermutlich für den Sabotageakt verwendeten Programme geschrieben. Gleichzeitig distanzierte er sich von den Angriffen auf kommerzielle Webangebote wie die Internetdienste Yahoo und eBay.

"Ich bin in keiner Weise an Angriffen gegen US-Websites oder an irgendwelchen kriminellen Handlungen beteiligt", schrieb "Mixter" in der durch ein Verschlüsselungsprogramm (PGP) autorisierten E-Mail. "Tatsächlich bin ich aber der einzige Programmierer, der ein in Frage kommendes Angriffsprogramm veröffentlicht hat und dazu steht."

Er habe die Software "Tribe Flood Network" (TFN) geschrieben, mit dem man Webangebote solange mit Anfragen beschießen kann, bis die Server stehen bleiben. Das ähnlich funktionierende Programm "Stacheldraht", vor dem auch das National Infrastructure Center (NIPC) in Washington gewarnt hatte, stamme allerdings nicht von ihm. "Stacheldraht" habe ebenfalls ein in Deutschland lebender Programmierer geschrieben, der unter dem Pseudonym "Randomizer" auftrete.

"In meiner Freizeit beschäftige ich mich damit, Sicherheitslücken und andere mögliche Gefahren im Internet ausfindig zu machen", schrieb der Programmier in der E-Mail. 1999 sei er darauf aufmerksam geworden, dass schon damals eine ganze Reihe von Angriffsprogrammen aktiv entwickelt und missbraucht worden sei. Um zu zeigen, dass man solche Attacken auch tatsächlich ausführen kann, habe er sein Programm entworfen und es in Sicherheitskreisen veröffentlicht. Es sei aber noch nicht bewiesen, dass die jüngsten Attacken tatsächlich mit seinem Programm gestartet worden sein, betonte "Mixter".

Nach einem Bericht des SPIEGEL ist "Mixter" ein Abiturient aus Hannover. Für ein von im entwickeltes Konzept, mit dem Firmen sich gegen sein eigenes Angriffsprogramm schützen können, habe der 20-Jährige im Januar einen Sicherheitspreis der US-Web-Firma Packet Storm in Höhe von 10.000 Dollar (knapp 20.000 Mark) gewonnen.

Unterdessen hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) davor gewarnt, die Sabotage-Welle könne auch nach Deutschland überschwappen. Ein mögliches Angriffsziel seien neben elektronischen Kaufhäusern auch Fahrplanauskünfte von Verkehrsunternehen, sagte BSI-Referatsleiter Stefan Wolf der "Franfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Wehren könnten sich die Angegriffenen nur schwer, sagte Wolf. "Der Bösewicht ist kaum auszumachen."