Schnittstellen-Technik Lebhafte Mäuse
Fremont - Führt man die "iFeel Mouse" von Logitech über die Abbildung eines Tennis-Rackets, so spürt man die Unregelmäßigkeiten der Bespannung. Surft man über einen Eiswürfel, scheint man sanft auszurutschen.
Gag für Freaks oder Quantensprung in der Schnittstellenentwicklung?
Der Mouse-Hersteller hofft natürlich auf Letzteres. Logitech-CEO Guerrino De Luca spricht gar vom "Beginn einer Revolution der Benutzerschnittstellen."
Das Produkt kommt in zwei Varianten auf den Markt, dem iFeel Mouse Man mit vier Tasten und der iFeel Mouse mit drei Tasten. Rein äußerlich unterscheiden sie sich kaum von der Logitech-Produktfamilie "Optical Mouse", ein kleiner Motor setzt die Computersignale in Bewegung um. Wie bei vielen technologischen Innovationen kam auch hier der entscheidende Input aus der militärischen und medizinischen Forschung: Die so genannte "Force-feedback"-Technology kennt man bereits von Videospielen, in denen beispielsweise das Abfeuern einer Maschinenpistole am Joystick nachempfunden wird. Bereits vergangenes Jahr hatte Logitech mit der Wingman-Mouse einen ersten Versuch in Sachen "Gefühlsechtheit" gewagt, die sich wegen einer fixen Unterlage als wenig praktikabel erwies.
Das vibrierende Innenleben der Mouse kommt von der kalifornischen Immersion Corporation: "Wenn das taktile Erleben erst einmal zum PC-Alltag gehört, will man es nie mehr missen," kündigte Immersion-CEO Louis Rosenberg vollmundig an.
Skeptiker aus Redmond
Der schärfste Konkurrent am Mouse-Markt, Microsoft, gab in einer ersten Stellungnahme auch gleich bekannt, dass sie keine derart animierten Mäuse verkaufen werde, da die Technik noch nicht ausgereift sei für ein Benutzung im Internet. "Es ist noch nicht so exakt, dass man sagen kann, ich spüre den Unterschied zwischen behandelter und unbehandelter Baumwolle," sagte Mary Starman, Sprecherin der Hardware-Division.
Ab September können die deutschen Benutzer selbst entscheiden, dann kommen die beiden Modelle auf den Markt und werden 89 oder 119 Mark kosten.