SD- und SDHC-Karten: Immer größer, immer schneller - DER SPIEGEL
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SD- und SDHC-Karten Immer größer, immer schneller

SD- und SDHC-Karten sind absolute Gewinner: Bei Kompaktkameras dominieren sie seit Jahren, bei digitalen Spiegelreflexkameras verdrängen sie zunehmend CompactFlash-Karten - das Fachmagazin "Colorfoto" hat sechs Modelle getestet und rät, welche Geschwindigkeit sich lohnt.
Von Wadim Herdt
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bereits drei Jahre nach der Einführung des SDHC-Formats ist dessen maximale Kapazität (32 GB) erreicht. Die wachsende Verbreitung von HD-Videos lässt die Anforderungen an Speichermedien nach oben schnellen. Der Nachfolger SDXC steht aber schon in den Startlöchern (siehe Kasten).

Obwohl mehr Speicher nicht drin ist, kann man die Geschwindigkeit optimieren, wenn auch nicht mehr jeder Hersteller darauf aus ist, immer die schnellste Kartengeneration in seinem Portfolio zu haben.

Der Vorreiter ist SanDisk, welcher Ende 2008 das Tempo seiner Top-Reihen Ultra II und Extreme III um 50 Prozent auf respektive 15 und 30 MB/s gesteigert hat. Eine Extreme IV, wie bei CompactFlash, gibt es aber noch nicht.

Außer den beiden schnellen SanDisk-Karten haben wir in unserem Test auch eine Standard-SDHC Klasse 2 des gleichen Herstellers sowie eine Panasonic Klasse-4-SD mit 5 MB/s, eine Klasse-4-SDHC von Kingston und eine Klasse-6-SDHC von takeMS untersucht.

Nikon D90

An der Nikon und auch an der Pentax bildet die Standard-SDHC von SanDisk stets das Schlusslicht. Ansonsten zeigen sich bei der D90 erst bei Fotos im Rohdatenformat RAW - also etwa zehn Megabyte großen Dateien - erwähnenswerte Unterschiede. Hier schafft die Extreme III drei Bilder mehr in Serie als das Hauptfeld. Bei der Zeitmessung übertrifft sie die beiden langsamsten Karten um 20 Sekunden und die Ultra II um fünf Sekunden. Die Klasse-4-Karte von Kingston überrascht mit besseren Ergebnissen als das Klasse-6-Pendant von TakeMS und liegt nur wenig hinter der Ultra II.

Pentax K20D

Mit 14,6 Megapixeln und etwa 23 Megabyte großen RAWs stellt Pentax größere Anforderungen an die Karten. Daher fallen die Ergebnisse an der K20D differenzierter aus.

In der Zeitmessung liegen die beiden schnellen SanDisk-Karten etwa 25 bis 52 s (RAW) beziehungsweise 13 bis 22 s (JPEG) vor der Konkurrenz. Bei den Bilderserien schaffen sie zwei bis vier (RAW) sowie 10 bis 13 Aufnahmen (JPEG) mehr. Der Unterschied zwischen Ultra II und Extreme III bleibt gering. Kingston zeigt auch an der Pentax eine bessere Performance als takeMS, während Panasonic erneut auf dem vorletzten Platz landet.

Fazit

Der Test zeigt erstens: Die Geschwindigkeitsklassen nennen nur die minimalen, nicht aber die tatsächlichen Fähigkeiten einer Karte. Besonders deutlich wird das an den Messwerten der Kingston im Vergleich zu takeMS und Panasonic. Zweitens: Karten mit Geschwindigkeiten um 15 MB/s wie Ultra II oder vergleichbare Konkurrenz-Modelle erreichen Top-Ergebnisse.

Eine weitere Verdoppelung der Geschwindigkeit bei Extreme III zeigt keinen praxisrelevanten Vorteil. Trotzdem wird die Extreme III Testsieger, allerdings mit geringem Vorsprung gegenüber der Ultra II und Anschaffungskosten, die um sechs bis sieben Euro pro GB höher liegen.

Sowohl die Ultra II als auch Kingstons Klasse-4-SDHC liefern bei einem Preis um vier beziehungsweise zwei Euro pro GB eine gute und für die meisten ausreichende Performance: eine klare Preis-Leistung-Empfehlung.