Sega: Ein Auge für die Traumkiste - DER SPIEGEL
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Sega Ein Auge für die Traumkiste

Einmal "angefixt" möchte kaum ein Internet-Nutzer noch auf das neue Medium verzichten. Was liegt da näher, als schon bei Kindern anzufangen? Sega erweitert die Internet-Möglichkeiten der "Dreamcast"-Spielkonsole um eine Webcam.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Markt der Spielkonsolen ist in den letzten Jahren unter Druck geraten: Obwohl die Konsolen für den Fernseher auf ein Stück Hardware zurückgreifen, das nun wirklich in jedem Haushalt zu finden ist, scheint der Boom der PCs ungebrochen. Die PC-Hersteller und -Spieleentwickler holen auch im Marktsegment der Spiele immer mehr auf, nähern sich den optischen Maßstäben der Konsolen immer weiter an. Und dann noch das Internet: Die Interaktivität des Mediums reizt gerade auch die "Gamer". Kein Wunder, dass die Konsolen-Entwickler in Zugzwang geraten.

Sega setzt seit Ende 1999 mit der "Dreamcast" dagegen: Die Konsole erfügt über eine 64-Bit-Technologie, die Spielen Flügel und eine bisher unerreichte optische Brillanz verleiht. Dazu kommen die Internet-Erweiterungen des Konsolen-Konzeptes, die sowohl den Multi-Player-Modus über Onlinemedien ermöglicht als auch "klassische" PC-Anwendungen wie E-Mail oder Internet. Mit der für die Dreamcast erhältlichen Tastatur mutierte die "Traumkiste" schon fast zum abgespeckten PC - und geht diesen Weg nun weiter.

Mit "Dreameye" stellt Sega nun die "erste digitale Internet-Videokamera" vor. Darüber könnte man nun streiten: Hinter dem großen Wort verbirgt sich nicht mehr und nicht weniger als die Webcam für die Spielkonsole. Immerhin lassen sich damit Bilder per E-Mail versenden, dazu erweitert sie die Einsatzmöglichkeiten der Dreamcast in Chats. Ob und wann Dreameye auch in Europa angeboten werden wird, ist noch nicht bekannt. Der Verkauf in Japan beginnt im Juni, der Preis ist noch nicht bekannt.