Server-Attacken Universitätsrechner als Waffe genutzt
Washington - Die Hacker griffen für ihre Angriffe auf einen Computer der Universität von Kalifornien in Santa Barbara und einen Internet-Router der Stanford University zu, wie beide Hochschulen am Freitag bestätigten. Es gab keine Hinweise, dass Angestellte oder Studenten der Universitäten in die Aktionen verwickelt waren. Über den Computer der Universität in Santa Barbara wurde vermutlich das Webangebot von CNN angegriffen. Die Universität Stanford erklärte, ihr Internet-Router sei für die Attacke gegen eBay eingesetzt worden. Experten vermuten, dass für die Angriffe Dutzende Computer verwendet wurden.
Die Serie von Attacken begann am Montag, als das Web-Portal Yahoo lahmgelegt wurde. In den folgenden Tagen waren auch der Online-Buchhändler Amazon.com, das Auktionshaus eBay, die Shopping-Site Buy.com, der Fernsehsender CNN und der Online-Wertpapierhändler ETrade betroffen. In den meisten Fällen wurden die Server der Firmen mit Unmengen von Daten so stark belastet, dass sie zusammenbrachen.
Spezialisten deuteten unterdessen an, die Hacker, die am Montag Yahoo angriffen, seien raffinierter vorgegangen als bisher angenommen. Yahoo beschrieb die Angreifer in einer E-Mail als "sehr gerissen". Ein Vertreter des Providers von Yahoo erklärte am Freitag, die Techniker des Unternehmens seien erstaunt gewesen über die Fachkenntnis des Angriffs, bei dem die Server in einer Sekunde anscheinend mehr Daten verarbeiten mussten, als bei vielen großen Webangeboten gewöhnlich in einer Woche anfallen.
Australien will unterdessen schärfer gegen Hacker vorgehen. Das Parlament legte am Samstag einen Gesetzesvorschlag vor, nach dem Hackern nach Angriffen auf kommerzielle Internetseiten bis zu zehn Jahre Gefängnis drohen. Das Gesetz soll auch Personen treffen, die Computer in Betrugsfällen verwenden. Justizministerin Amanda Vanstone erklärte in einer Stellungnahme, die Angriffe auf Yahoo und andere Seiten hätten gezeigt, dass das Strafrecht sich der Sache annehmen müsse.