Sicherheitslücken Microsoft warnt vor Windows-Lecks
Im Rahmen der Microsoft-Sicherheitsinitiative änderte der Softwareriese erst vor wenigen Tagen seine Warnpraxis: Nachdem es jahrelang Kritik gehagelt hatte, weil die Sicherheitswarnungen des Konzerns nicht adäquat in die Öffentlichkeit gebracht worden seien, verbreitet die Gates-Company ihre Warnungen nun auch in vereinfachter Form. Die neueste, dringliche Warnung dürfte ihre Adressaten klar genug erreichen: Die meisten Windows-Betriebssysteme, warnt Microsoft in seiner bereits 65. Sicherheitswarnung allein in diesem Jahr, haben ein massives Sicherheitsproblem.
- Microsoft-Seite mit Sicherheits-Patches
- Microsoft-Sicherheitswarnung Nr. 65/2002
- Skala zur Einordnung von Microsoft-Sicherheitswarnungen
Betroffen sind demnach die Betriebssystem-Versionen Windows 98, Me, 2000 und NT 4.0. Hier entdeckte der Konzern eine klaffende Sicherheitslücke in den so genannten Microsoft Data Access Components (MDAC), die ihrem Namen anscheinend alle Ehre machen: "Data Access" bieten sie demnach nicht zuletzt böswilligen Hackern. Die könnten die im neuesten Security-Bulletin spezifizierte Lücke dazu nutzen, durch einen gezielt herbeigeführten Buffer-Overflow die Kontrolle über einen mit dem Internet verbundenen Rechner zu übernehmen, um dort beispielsweise Trojaner, Würmer wie Code Red oder Nimda zu hinterlegen oder über die betroffenen Rechner Denial-of-Service-Attacken zu initiieren.
Ihren bisherigen Gepflogenheiten folgend veröffentlicht Microsoft solche Warnungen erst, wenn ein Gegenmittel bereitsteht. Ein entsprechender Sicherheitsflicken liegt auf den Microsoft-Servern zum Download bereit. Die Eingabe der Adresse http://windowsupdate.microsoft.com führt zum automatischen Windows-Update, das Link funktioniert allerdings nur unter Verwendung von Internet Explorer 5 und höher.
Neben den ausführlichen Security-Bulletins, die sich in Sprache und Informationstiefe eher an ein Fachpublikum wenden, veröffentlicht Microsoft Warnungen sowie einfach gehaltene Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Behebung der publizierten Probleme auch auf der so genannten Security-Seite . Um die Einordnung der jeweiligen Warnung zu erleichtern, führte Microsoft eine vierstufige Alarm-Skala ein. Die aktuelle Warnung fällt in die Kategorie "critical". Das entspricht der höchsten Alarmstufe.
In Kürze sollen Sicherheitswarnungen auch im E-Mail-Abo erhältlich sein.