Simulation DTM Race Driver: Quantensprung fürs Rennfahr-Genre - DER SPIEGEL
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Simulation DTM Race Driver Quantensprung fürs Rennfahr-Genre

Wohnzimmer-Piloten müssen sich auf eine Überraschung gefasst machen: Angetrieben von einer mitreißend originellen Idee rollt in dieser Woche die Tourenwagen-Simulation "DTM Race Driver" an den Start.
Von Richard Löwenstein
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Neue Einfälle sind selten im dicht besetzten Genre der Rennspiele, die meisten Neuerscheinungen vertrauen allein auf technischen Fortschritt. Jede will schöner, umfangreicher und schneller sein als die Konkurrenz. Doch dabei doktern die Hersteller meist nur am Detail herum.

So kommt es, dass moderne Racing-Games trotz des gewaltigen technischen Fortschritts einem ihrer ältesten Ahnen noch sehr ähnlich sehen. Ataris Formel-1-Game "Pole Position" von 1983 besaß im Grundsatz alle Features, die heute auch ein "Grand Prix 4" auszeichnen: Racing, reduziert auf das reine Spiel mit Gaspedal und Lenkrad. Geschicklichkeitstests oder Action-Abenteuer haben sich in derselben Zeit sehr viel weiter entwickelt.

Teil eines Teams

Dabei steckt im wahren Leben eines Rennfahrers so viel mehr, das sich auf den Bildschirm bringen ließe. Kein Spielhersteller hat je "Strietzel" Stucks bekanntes "Popometer" simuliert. Und wo bleibt in der Spielewelt das Team, dem Michael Schumacher erst neulich nach seinem WM-Sieg in Magny-Cours dankte?

Diese Mängel behebt die neue Produktion des britischen Herstellers Codemasters. Endlich, möchte man sagen. Im Mittelpunkt von "DTM Race Driver" stehen zwar - natürlich - ein Pilot, Ryan McKane, und seine Karriere. Wie diese verläuft, hängt aber von den Sponsoren und den Teams ab, jubelnde Mechaniker und angesäuerte Rennleiter sind dabei inbegriffen. Filmeinspielungen von Szenen vor dem Start und nach dem Zieleinlauf berichten davon, was sich im Umfeld von Siegen, Niederlagen und Totalschäden abspielt.

Ungewöhnlich auch der Einstieg in dieses Rennspiel. Zu sehen ist ein virtueller Schreibtisch mit PC. Bald flattert hier eine E-Mail ein: Der britische Rennstall ABG bittet zur Testfahrt nach Brands Hatch.

Der Motor röhrt schon

Der Motor des blauen Lexus röhrt schon, die Boxencrew wartet ungeduldig, der Rennleiter mahnt zur Vorsicht: Man solle ja das Auto nicht beschädigen! Aber mit angezogener Handbremse sollte der Spieler seine erste Ausfahrt nicht durchziehen. Schließlich ist eine Rundenzeit unter 1:20 Minuten Voraussetzung für den ersten Vertrag als Tourenwagen-Pilot.

So beginnt der Aufstieg des Spielers durch kleine und dann große Rennserien. Die britische TOCA ist eine Station, die australische V8 Supercars eine andere. Das Ziel vieler deutschsprachiger Daddler dürfte die DTM sein, wo bärenstarken Audi, Mercedes und Opel um jeden Zentimeter Asphalt kämpfen. Laurent Aiello, Bernd Schneider, Jean Alesi und den anderen Stars der DTM begegnet man allerdings nur auf den umfangreichen Zeiten- und Sieges-Tabellen.

Sensible Steuerung

Egal ob Hockenheim, Nürburg- oder Norisring: Die simulierten Gegner fahren einen heißen Reifen. Die Positionskämpfe sind ähnlich beinhart wie in der Realität, selbst Kenner des Genres müssen ihr ganzes Können bemühen. Ein bisschen unfair sind die Attacken der Gegner manchmal; gerade in den Startphasen rempeln sie einem gerne mal ins Heck, dann dreht sich das Auto weg. Mit Hilfe der feinfühligen und exakten Steuerung können gut trainierte Wohnzimmer-Piloten solche Missgeschicke aber ausbügeln. Dann hat der Teamchef nichts zu meckern, die Sponsoren sind froh und bremsen Ryan McKanes Karriere nicht aus.

"DTM Race Driver" ist verfügbar für Playstation 2. Eine Version für Windows-PCs mit DVD-Rom-Laufwerk folgt Ende September. Versionen für Xbox und Gamecube sind in Arbeit.

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