Sircam: Der Spion arbeitet weiter - DER SPIEGEL
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Sircam Der Spion arbeitet weiter

"Code Red" beherrscht die Schlagzeilen, doch auch "Sircam" war nicht untätig. Der überraschend hartnäckige E-Mail-Wurm verschickte offenbar geheime Dokumente des ukrainischen Präsidenten und infizierte einen FBI-Rechner.
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San Francisco - Obwohl er durch die Aufregung um den "Code Red"-Wurm in den Hintergrund rückte, verursacht "Sircam" weiterhin beträchtliche Schäden. Als Verursacher von über 38 Prozent aller im Juli aufgetretenen Virusinfektionen führt der E-Mail-Wurm die "Dirty Dozen"-Rangliste an, die monatlich von Central Command ermittelt wird, einem Hersteller von Antivirensoftware.

Die Beharrlichkeit des Computerschädlings, der bereits Mitte Juli entdeckt wurde, überrascht selbst die Spezialisten. "Sircam" überlebe länger im Netz, als viele Experten erwartet hätten, erklärte der Chef des E-Mail-Sicherheitsdienstleisters MessageLabs Americas, Andy Faris. Anders als die meisten Viren sei der Wurm nicht nach dem Höhepunkt seiner Verbreitung ausgestorben.

Wenn "Sircam" aktiviert wird, infiziert er auch eine zufällig ausgewählte Datei aus dem Dokumentenordner des Computernutzers. Diese wird an Adressen verschickt, die der Wurm im Windows-Adressbuch oder in lokal gespeicherten Webseiten gefunden hat. Auf diese Weise gelangten in den letzten Tagen unzählige mehr oder weniger vertrauliche Dokumente in fremde Hände.

Vom Datenklau blieben selbst höchste Stellen nicht verschont: Wie die Betreiber des ukrainischen Nachrichtenforums ForUm mitteilten, tauchten diese Woche auf ihren Webseiten Geheimdokumente aus dem Büro des ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma auf. Auch ein Rechner des FBI wurde Ende Juli infiziert. Allerdings seien die vom Virus verschickten Privatdokumente nicht als geheim eingestuft gewesen, erklärte die US-Bundespolizei.

Grund für den anhaltenden Erfolg von "Sircam" ist sein flexibles Erscheinungsbild. Als Betreff der versendeten E-Mails verwendet er den Namen der als Attachment mitgeschickten Datei. Die Empfänger finden deshalb nicht Nachrichten mit einem leicht zu merkenden Titel wie das "I Love You" des gleichnamigen Virus in ihrem Postfach, sondern verseuchte E-Mails mit völlig verschiedenen, mitunter authentisch wirkenden Betreffzeilen.

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