Sobig.F: Im Netz der Zombie-Maschinen - DER SPIEGEL
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Sobig.F Im Netz der Zombie-Maschinen

Immer schneller, immer schlauer, immer lästiger. Nach dem Angriff des Internet-Wurms Sobig.F befürchten Experten, dass in den kommenden Wochen neue Virenvarianten durchs Netz rasen werden. Dadurch wolle der Erfinder der Seuchen "Zombie-Maschinen" erschaffen - und letztendlich ein Netz aufbauen, das er selbst kontolliert.
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San Francisco - Sobig.F sei der sechste aus einer Serie von immer raffinierteren Würmern, die seit Januar ins Internet gebracht worden seien, erklärte Vincent Weaver von Symantec am Wochenende. Vermutlich habe der Sobig.F-Erfinder dadurch lediglich die verschiedenen Arten der Vervielfältigung getestet. "Es gab eine Abfolge von verschiedenen Würmern für ein übergeordnetes Ziel - dynamische (Roboterrecher), die sich selbst updaten können", sagte Weaver. "Er will durch die Erschaffung von Zombie-Maschinen ein Netz aufbauen, das er kontrolliert."

Sobig.F war am Montag offenbar in einer pornographischen Newsgroup des Internets in Umlauf gebracht worden und bereitete sich von dort schnell aus. Bis zum Wochenende fiel die Rate von Neuinfektionen jedoch um ein Viertel, teilte Symantec mit.

Der Computersicherheits-Firma Trend Micro zufolge waren am Samstag weltweit 145.264 Computer befallen, davon 87.347 in Nordamerika, 52.841 in Europa und 5842 in Asien. US-Behörden vermuten laut Presseberichten, dass der Wurm erstmals über ein E-Mailsystem beim US-Provider Easynews.com ins Netz eingeschleust wurde. Easynews bestätigte Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI.

Der Wurm war programmiert worden, am Freitag Kontakt zu 20 Rechnern in den USA, Kanada und Südkorea aufzunehmen und von ihnen ein Programm herunterzuladen. Diese Computer konnten rechtzeitig vom Netz genommen werden, teilte Experten mit. Welches Programm geladen werden sollte, ist nicht bekannt. Der Wurm löscht sich selbst am 10. September.

Empfänglich für Sobig-Würmer sind Computer mit dem Betriebssystem Microsoft Windows. Der Wurm versteckt sich in einem E-Mail-Anhang. Wird die Mail geöffnet, infiziert er den Computer und versendet sich dann an andere E-Mail-Adressen, die er auf dem befallenen Rechner findet. Diese Computer werden dann verwendet, um Massenmails zu versenden.

Das "Wall Street Journal" berichtete in seiner Online-Ausgabe, dass die "Times" alle Computer in ihrem New Yorker Hauptquartier heruntergefahren habe. Nach Angaben eines Sprechers, Toby Usnik, war das Computersystem der Zeitung am Freitagmittag aus unbekannten Gründen plötzlich gestört. Daraufhin wurden alle Mitarbeiter angewiesen, umgehend ihre Geräte abzuschalten. Am Samstag erschien die Zeitung aber.

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