Software-Klau: Microsoft greift zur Selbsthilfe - DER SPIEGEL
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Software-Klau Microsoft greift zur Selbsthilfe

Harte Zeiten für Betreiber von Internetseiten, die noch immer glauben, Softwarediebstahl sei ein Kavaliersdelikt. Der Softwareriese aus Redmond geht massiv gegen Onlinepiraten vor.
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Redmond/Unterschleißheim - Microsoft gab am Mittwoch bekannt, gegen mehr als 7500 Webseitenbetreiber in 33 Ländern rechtliche Schritte eingeleitet zu haben. Auf diesen Seiten lokalisierte man den Vertrieb gefälschter Software oder Angebote, Microsoft-Software illegal herunterzuladen, teilte das Unternehmen mit. "Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie und Justizbehörden gehen wir jetzt verstärkt gegen den Kundenbetrug im Internet vor."

Insgesamt gebe es im World Wide Web mehr als zwei Millionen Seiten, die Software illegal anbieten. Microsoft setzte dafür eine selbst entwickelte Überwachungssoftware (Monitoringprogramm) ein, die automatisch diese Seiten identifiziert und herausfiltert. Seit dem Launch von Windows 2000 im Februar dieses Jahres wird nun dauergescannt, und das Programm hat bereits 7500 inkriminierte Seiten aus dem Netz gefischt. "In Zusammenarbeit mit Internet Service Providern und Auktionsseiten werden diese Angebote dann aus dem World Wide Web entfernt", teilte das Unternehmen weiter mit. Allein am Mittwoch seien 680 so genannte "Takedown Notices" an illegale Anbieter verschickt worden.

Durch die Unterstützung von Justizbehörden und der so genannten Business Software Alliance (BSA) könne Microsoft bereits erste Erfolge verbuchen: In 64 Fällen kam es zu strafrechtlichen Hausdurchsuchungen, in 17 Fällen zu Zivilklagen. Allein in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika seien in diesem Jahr 743 Auktionsseiten entfernt worden, die gegen das Urheberrecht verstoßen hätten. Die BSA schätzt, dass allein in den Vereinigten Staaten ein Viertel der Software nicht legal erworben wurde, weltweit wird dieser Prozentsatz sogar auf 36 geschätzt.