Sonder(bare)-Angebote: Windows XP für sechs Mark - DER SPIEGEL
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Sonder(bare)-Angebote Windows XP für sechs Mark

Fünf Tage noch, dann geht Windows XP auch in Thailand an den Start. Etliche Kunden dürfte es dort seit Oktober schon verloren haben, denn seit dem arbeiten immer mehr Käufer mit schwarzgebrannter XP-Ware - obwohl das angeblich gar nicht gehen soll.
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Trotz verschärfter Sicherheitsmerkmale ist das neue Betriebssystem Windows XP von Microsoft in Thailand schon vor dem offiziellen Verkaufsstart als Raubkopie erhältlich. Software-Verkäufer in Bangkok geben an, die Professional-Version von XP seit drei Wochen im Angebot zu haben. Manche sollen täglich rund 200 Exemplare verkaufen.

An Straßenständen werden Raubkopien von Windows XP kurz vor dem offiziellen Verkaufsstart am 17. November für 120 Baht (rund sechs Mark) angeboten. Alles andere hätte allerdings auch eine Überraschung bedeutet: Thailand ist eine Hochburg der Software-Produktion - legal wie illegal.

Nachrichtenwert hat schon allein, dass in Südostasien seit Wochen mit XP-Kopien gehandelt wird. Angeblich sollte das unmöglich oder zumindest unsinnig sein: Nur wer seine neu erstandene XP-Software innerhalb einer gesetzten Frist per Registrierung bei Microsoft freischalten lässt, kann sie auch nutzen. Eine Technik, die vielen Verbrauchern ganz gehörig auf die Nerven geht - aber Software-Piraterie so gut wie unmöglich machen soll.

Doch Software-Piraten ist es nach Angaben von Microsoft Thailand nun offenbar gelungen, an für Unternehmen gedachte Aktivierungscodes von Windows XP zu gelangen. Mit diesen kann man das Betriebssystem auf einer unbegrenzten Zahl von Computern freischalten. Darüber, wie die ebenfalls seit Wochen in China und Malaysia kursierenden Raubkopien funktionieren, gibt es keine Informationen - doch sie werden weiterhin verkauft.

Dass Thailands Polizei zimperlich mit den Schwarzbrennern oder ihrer Ware umginge, kann man ihr nicht vorwerfen. Regelmäßig beschlagnahmt die Polizei Software-Raubkopien und lässt sie öffentlich von Dampfwalzen überrollen oder von Elefanten zertreten. Den Schwarzbrennern drohen empfindliche Strafen. Trotzdem räumen die Behörden ein, dass die Gesetze zum Schutz von Urheberrechten nur schwer durchzusetzen sind.

In Deutschland ist das Betriebssystem seit 25. Oktober zu haben und kostet je nach Version 250 oder 489 Mark.