Sony/Universal: Pressplay macht auf P2P - DER SPIEGEL
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Sony/Universal Pressplay macht auf P2P

Wochen nach der Konkurrenz ging heute auch der Internet-Musikdienst pressplay an den Start. Die Letztplatzierung könnte sich dabei als Pole Position erweisen: Die Betreiber haben offenbar aus der schlechten Presse gelernt, die die Konkurrenz erntete. Aber haben sie auch genug gelernt?
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Mit dem neuen Online-Angebot pressplay wollen nun auch Sony und Vivendi Musik über das Internet verkaufen. Beim Start seien digitale Musikstücke von Sony Music, Universal Music und EMI zunächst über die Plattformen von Microsoft Network (MSN), Roxio und Yahoo! erhältlich, teilte pressplay mit.

Ob und wann pressplay in Deutschland starten wird, ist nach Angaben von Microsoft noch unklar. Ein Zugriff auf pressplay über die US-Site von MSN sei von Deutschland aus wahrscheinlich nicht möglich.

So weit, so schlecht. In anderer Hinsicht scheint pressplay dagegen von der miesen Presse, die Hauptkonkurrent MusicNet erntete, gelernt zu haben. Dem Dienst von Bertelsmann, Time Warner und EMI, die auf allen Hochzeiten zu tanzen versuchen, werden von Experten wenig Chancen eingeräumt. Zumindest so lange MusicNet verhindert, dass die Dateien, die über den Dienst bezogen werden, dauerhaft gespeichert oder auf CDs gebrannt werden können: Effektiver kann man sich kaum selbst auf den Füßen stehen, denn genau darum gehen Surfer zu Musikbörsen.

Pressplay macht da zumindest ansatzweise Konzessionen an die Nachfrage: In den USA sollen pressplay-Kunden bei dem günstigsten Angebot für knapp zehn US-Dollar monatlich 30 Musikstücke herunterladen und 300 Stücke per Streaming-Technologie anhören können.

Und siehe da, auch "Brennen" soll erlaubt sein - wenn auch gegen Sonderzahlung: Um 20 Stücke auf CD brennen zu dürfen, müssen die Kunden den Angaben zufolge knapp 25 US-Dollar zahlen und bekommen dazu 1000 Streaming-Titel und 100 Stücke zum Herunterladen (Downloads).

Das vollständige Preismodell:

  • Kostenloser Zwei-Wochentest (nur während der Einführungsphase): 200 Streams, 20 Downloads
  • "Basic Plan": 300 Streams, 30 Downloads für 9,95 Dollar
  • "Silver Plan": 500 Streams, 50 Downloads, 10 "Burns" für 14,95 Dollar
  • "Gold Plan": 750 Streams, 75 Downloads, 15 "Burns" für 19,95 Dollar
  • "Platinum Plan": 1000 Streams, 100 Downloads, 20 "Burns" für 24,95 Dollar

Das klingt leicht besser als das Angebot der Konkurrenz und deutet an, dass es binnen kurzer Zeit zu einem Preiskampf kommen könnte.

Der dürfte auch nötig sein, denn derzeit gibt es für ein MusicNet- oder pressplay-Abo formal zwar rechtliche, in der Realität des Webs aber allenfalls moralische Gründe: Wer sich auf die Kommerzdienste einlässt, bekommt gegen Zahlung wenig geboten. Denn weit größer und dazu völlig kostenlos ist das Angebot von P2P-Börsen wie Morpheus, KaaZa, den Gnutella-basierten Diensten wie BearShare, Aimster, Limewire und vielen anderen.

Hinzu kommt, dass zu den Abo-Preisen die Kosten für die Online-Verbindung, eventuell für den Service-Provider und - bei Bedarf - für CD-Rohlinge zu berechnen wären. Am Ende hätte man dann gegen Zahlung qualitativ hochwertiges "Web-Radio" ohne dauerhafte Speichermöglichkeit gehört und hielte als Souvenir eine selbst gebrannte CD in MP3-Qualität in den Händen.

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