Spam-Methoden: Bildchen statt Buchstaben - DER SPIEGEL
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Spam-Methoden Bildchen statt Buchstaben

Spam nervt, verstopft Netzwerke und Postfächer und ist und bleibt trotzdem ein lohnendes Geschäft: So schnell wird die Werbemüll-Welle nicht abreißen. Hilfe versprechen immer bessere Spam-Filter, doch auch die oft kriminellen Bauernfänger arbeiten an ihren Tricks.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bis zum letzten Jahr sank der Anteil der Spam-Mails, die Bilder enthielten: Zu leicht war es für die Entwickler von Spam-Filtern, die unerwünschten Werbemails, Virenaussendungen und Schrott-Massensendungen gerade durch die enthaltenden Bilder zu erkennen. Inzwischen hat sich das grundlegend geändert.

Denn die Spammer entwickelten Methoden, die Bilder bei jeder einzelnen Aussendung minimal anders zu skalieren. Das macht sie nun zum Killer-Instrument, Spam-Filter auszutricksen: Das IT-Sicherheitsunternehmen IronPort behauptet, dass sich der Anteil der Bilder enthaltenen Spam-Mail seit April um gut 40 Prozent erhöht habe. Und rund 78 Prozent dieser Bilder-Spam landeten ungehindert im Postfach. Rettung verspricht da natürlich nur IronPort, die ein Verfahren entwickelt haben wollen, mit dem sich auch diese Form der lästigen Spam-Mail ausfiltern lasse.

Dieses beruht auf einer Analyse der Bildinhalte. Weil "normale" - soll heißen: erwünschte - Bildzusendungen selten viel Text als Bildmotiv enthielten, nutzt die Software das Vorhandensein von Textbestandteilen im Bild als Indikator für eine Einstufung als Spam-Mail. Das ist clever, wenn man an all die schwachsinnige Pharmawerbung denkt, die derzeit kursiert, aber schlecht, wenn man sich Screenshot oder Bilder von der "Abifeier 2006" zuschickt. Klingt so, als wäre auch ein guter Teil der Spaßpost in Büros künftig in Gefahr, automatisch entsorgt zu werden - und damit die einzige erwünschte, ja populäre Form des Spam.

pat

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