Spielkonsolen Nintendo bringt Spielwürfel
Tokio - Der tragbare "Game Boy Advance" wird am 21. März 2001 in den japanischen Handel kommen, verkündete der Hersteller am Donnerstag in Tokio. Das Gerät ist mit einem 32-Bit-Prozessor und einem um die Hälfte größeren Bildschirm als der Vorgänger ausgestattet und kann auch an Handys oder das Internet angedockt werden. Kosten wird der Spielspaß in Japan umgerechnet 192 Mark. Europa und Nordamerika werden ab Juli beliefert, die Preise stehen noch nicht fest.
Die zweite Neuigkeit "Gamecube" misst die Größe einer halben Schuhschachtel, wurde von IBM und Matsushita (Panasonic) mitentwickelt, und kommt mit einer Fernsteuerung und einem Modem auf den Markt. Der Würfel kann erst im Sommer rollen, da sich die Entwicklungsarbeiten verzögert haben. Wann das Gerät in Europa verfügbar sein wird, ist jedoch noch nicht geklärt.
Spielend Marktführer werden?
Nintendo setzt große Hoffnungen auf die zwei Neuen und will so mit den Erfolgen des wichtigsten Konkurrenten Sony mitziehen. Im März dieses Jahres war die Sony Playstation 2 (PS 2) auf den Markt gekommen, und die Japaner rissen sich binnen zwei Tagen beinahe hysterisch die Anfangsproduktion von einer Million Stück unter den Nagel. Im Herbst soll die PS 2 auch nach Europa kommen - das Vorgängermodell hatte sich weltweit 70-Millionen-mal verkauft.
Ein interessanter Mitbewerber könnte aber auch Microsoft werden, die Ende 2001 eine eigene Konsole (Arbeitstitel: X-Box) auf den Markt bringen wollen. Experten schätzen deren Chancen nicht schlecht ein, zumal man in Redmond über ein riesiges Reservoir an Spielen verfügt.
Hoffnungsmarkt Internet und UMTS
Wenn die Konsolen erst mal ans Internet angeschlossen sind, ergibt sich ein enormes Potenzial für E-Commerce, den Vertrieb für Musik, Software und Videos. Sony-CEO Nobuyuki Idei geht strategisch vor und sieht die Konsole als Link zwischen den Sony-Angeboten in den Bereichen Film, Fernsehen und Musik.
Sega gehört zwar zu den Pionieren unter den Spieleherstellern, liegt momentan aber abgeschlagen an dritter Stelle. Nachdem der Absatz der Dreamcast-Konsole nicht berauschend war, setzt man auf die kommenden Technologien. Sega will - wenn der Markt für UMTS-Handys bereit ist - wieder dick ins Geschäft einsteige und entwickelt zurzeit die entsprechende Software für Motorola-Handys.