Spyware: Spionage im Büro - DER SPIEGEL
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Spyware Spionage im Büro

In den Statistiken der IT-Sicherheitsunternehmen verdrängen Phishing-Attacken und Schnüffelsoftware zunehmend die klassischen Virenmails. Insbesondere Keylogger, die jeden Tastaturanschlag protokollieren, erleben einen wahren Boom.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In 17 Prozent aller Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern, behauptet die aktuelle "@Work"-Studie des IT-Sicherheitsunternehmens Websense, finden sich mittlerweile Keylogging-Programme auf den Rechnern der Angestellten. Die protokollieren jeden Tastaturanschlag und schicken die Mitschnitte an den Versender des Schnüffelprogramms - ein hohes Risiko sowohl für den Angestellten, als auch für die Firma. Während die meisten Keylogger dazu eingesetzt werden, Passworte oder Banking-PINs zu stehlen, ist auch ihr Einsatz in der Industriespionage denkbar.

Denn einher geht die Welle der Schnüffelprogramme mit einer zunehmenden Kriminalisierung der Virenschreiber-Szene. Hinter Viren, Hack-Attacken und Einbrüchen in Netzwerke stecken immer seltener "sportlich" motivierter Cyber-Vandalen, sondern zunehmend finanzielle Motive. Das Spektrum reicht hier vom Versuch, per Phishing direkt Zugriff auf Gelder zu bekommen bis hin zu mietbaren kriminellen Dienstleistungen wie Angriffe auf Netzwerke zur Schädigung geschäftlicher Konkurrenten.

Kein Bereich zeigt dabei ein so rapides Wachstum wie der der Schnüffelsoftware. So sei die Verseuchung mit Keyloggern in Unternehmen binnen eines Jahres um fast 50 Prozent gestiegen, behauptet Websense.

Die Ursachen dieses Booms sehen die Websense-Experten nicht zuletzt darin, dass einerseits die Programmierung solcher Schnüffelprogramme mit Keyloggern heute weit einfacher sei als noch vor wenigen Jahren, zum anderen auch die Zahl der Webseiten, über die Ad- und Spyware verteilt wird, rapide steige. Auf den Rechner gelangen solche Programme oft durch die Installation eines scheinbar harmlosen Trägerprogramms, das kostenlos angeboten wird - und die Schnüffelsoftware huckepack ins System hievt.

pat

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