Studie: Internet-Tickets vor dem Boom? - DER SPIEGEL
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Studie Internet-Tickets vor dem Boom?

Erst kam das Buch, dann die CD, dann MP3. Auktionen boomten, Gebrauchtwagenbörsen - jetzt schlägt die Stunde des Online-Ticket-Verkaufes. Das zumindest verkündet hoffnungsfroh das Hamburger Unternehmen Gaudia und bezieht sich auf eine Marktstudie von Infratest Burke. Jährlich bis zu 16 Millionen Tickets könnten "schon bald" über den virtuellen Tresen gehen.
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Der Ticket-Kauf im Internet wird immer beliebter und hat einer Studie zufolge einen wahren Boom vor sich. Während im vergangenen Jahr in Deutschland 800.000 Käufer ihre Karte im Netz bestellten, könnten daraus nach einer Untersuchung von Infratest Burke schon bald 16 Millionen werden, berichtete die Internetfirma Gaudia.com  - Auftraggeber der Studie - am Mittwoch in Hamburg. Zwölf Millionen Ticket-Käufer bestellen ihre Karten bisher noch auf dem herkömmlichen Weg, haben aber schon Internet-Erfahrung. Mehr als drei Millionen wollen die Tickets spätestens im kommenden Jahr wahrscheinlich über das Netz buchen.

Für rund zwölf Milliarden Mark haben Ticket-Kunden im vergangenen Jahr Karten gekauft - von der Konzertkarte bis zum Fußball-Ticket. Der Anteil der Online-Käufe machte erst 200 Millionen Mark aus, hat die Studie ergeben. "Bisher wird weniger online gekauft, weil das Angebot sehr gering ist", sagte Sabine Antoni von Gaudia.com. "Im Internet werden eher hochpreisige Tickets für Großkonzerte angeboten." Die Käufer geben für eine herkömmliche Karte im Schnitt 30 Mark aus, online dagegen fast doppelt so viel.

Viele Ticket-Käufer wollen jedoch auch ihre Kinokarte im Netz buchen: Die Zahl könnte laut der Studie auf über zwei Millionen hochschnellen. Am beliebtesten sind schon jetzt Konzertkarten der leichten Muse. 270.000 Käufer waren es 1999, die Studie geht von über vier Millionen möglichen Buchern im kommenden Jahr aus. Für die Untersuchung hat Infratest 12.000 Karten-Käufer in Deutschland befragt.

Gaudia.com ist seit September 1999 am Markt und meldet Ambitionen an, zum größten Online-Ticketverkäufer des Landes werden zu wollen. Im Gegensatz zu anderen Ticket-Verkäufern, die Portale aufbauen, über die Tickets verschiedener Anbieter zu buchen sind, verkauft Gaudia eine technische Lösung an die Ticketanbieter selbst: Der Kunde, der sich für Tickets interessiert, findet sie beim originären Anbieter.

Die Buchung geschieht über die Gaudia-Plattform - eine auf Tickets spezialisierte Shop-Lösung, die auch kleineren Anbietern die Möglichkeiten des E-Commerce erschließen soll. Gaudia verdient an einer - "geringen", wie Geschäftsführer Christoph Zeinicker meint - Mietgebühr für den Shop und an einer prozentualen Beteiligung am Online-Buchungsumsatz.