Suchmaschinen Yahoo möchte besser werben
Vom Boom der Online-Werbung profitieren insbesondere Suchmaschinenbetreiber, die ihren Benutzern parallel zu den Suchergebnissen auch eine Liste bezahlter Links präsentieren. Für jeden Klick auf einen dieser Links bekommen sie eine Provision. Besonders erfolgreich betreibt Google sein Adword-System.
Yahoo, die Nummer zwei unter den Suchmaschinen, will seine eigene Werbeplattform Overture noch in diesem Jahr durch eine neue ablösen - ihr Codename lautet Panama. Heute stellte das Unternehmen Details der neuen Werbetechnik vor.
Die neue Plattform soll Kunden zum Beispiel ermöglichen, ihre Anzeigen direkt an Nutzer einer bestimmten Region zu richten. Außerdem sollen die Kunden ihre Kampagnen sowohl bei Yahoo als auch in Partnernetzwerken schneller online bringen können. Zudem sollen Werbetreibende die Effizienz von Anzeigen künftig testen können, indem sie eine Anzeige in mehreren Versionen parallel laufen lassen und die Klickraten vergleichen.
Der Start des neuen Vermarktungssystems ist für das dritte Quartal geplant. Microsoft hatte erst in der vergangenen Woche bekannt gegeben, die Werbung auf seinen Suchmaschinenseiten ab sofort selbst vermarkten zu wollen. Bislang hatte Microsoft dabei Yahoos Technik Overture genutzt.
Das Unternehmen Overture, das einst als goto.com begann, führte Online-Werbeanzeigen ein, für die der Werbende erst dann bezahlen musste, wenn ein Surfer darauf geklickt hatte. Yahoo übernahm Overture, musste jedoch zusehen, wie Google sich den größten Teil des Marktes sicherte.
Google hat jedoch nicht nur deutlich mehr Suchanfragen als Yahoo. Die bezahlten Anzeigen werden auch häufiger angeklickt, was mehr Einnahmen für Google zur Folge hat. Der Analyst Jordan Rohan von der Firma RBC Capital Markets schätzt, dass Google an einer Suchanfrage etwa 40 Prozent mehr verdient als Yahoo. Mit der neuen Werbeplattform soll sich das ändern.
hda/dpa