Sushi-Roboter Der Blech-Koch aus der Fabrikhalle
Wenn Sie denken, Sushi-Bars, in denen die japanischen Fisch-mit-Reis-Leckereien auf kleinen Schiffchen am Tresen entlang segeln wären total hip, sind Sie leider nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Sushi-Bar der Zukunft, der ganz nahen Zukunft, lässt ihre Spezialitäten von einem Roboter servieren.
So stellen es sich zumindest die Ingenieure der Baba Tekkosho Company vor. Auf der International Food Machinery and Technology Exhibition in Tokio, einer Messe der Nahrungsmittelindustrie, zeigen sie ihren "Chef Robot", einen Roboter-Koch der seinen Gästen kaltes Essen eiskalt serviert.
Viel verändern mussten sie an dem als Grundlage verwendeten Industrieroboter M-430iA nicht, um ihn küchentauglich zu machen. Schließlich wurde der elektrische Angestellte vom Roboterhersteller Fanuc speziell für den Einsatz in nahrungsmittel- und pharmazeutischer Industrie entwickelt. Seine Gelenke werden ohne Fett geschmiert, sein Gehäuse ist von oben bis unten hermetisch abgedichtet, bei regelmäßiger Reinigung also hygienisch rein.
Um aus diesem Fließbandarbeiter einen Blechkoch zu machen, haben ihn die Entwickler mit einer als "Typ H" bezeichneten Hand erweitert. Die soll so sensibel sein, dass der gewaltige Blecharbeiter damit problemlos filigrane Sushi-Kunstwerke auf die Holzbrettchen der Gäste stapeln kann. Auf dem Messestand des Herstellers lässt man ihn freilich nur mit Wachsnachbildungen hantieren.
An anderer Stelle übernimmt der sogenannte "Okonomiyaki Robot" nicht nur die Aufgabe des Auslieferns, sondern stellt das Essen seiner Gäste sogar selbst her. Aus Wasser, Kohl, Mehl, Ei und einem Schwung weiterer Zutaten brät er Okonomiyaki, eine omelettartige japanische Spezialität. Bisher übernimmt diese Aufgabe ein Koch, der die Speise vor den Augen der Gäste direkt am Tisch zubereitet.
Wann und zu welchem Preis die Küchenroboter eingeführt werden sollen, ist noch offen. Sicher ist allerdings, dass der "Chef Robot", der mit seinen Greifern normalerweise bis zu 120 Werkstücke pro Minuten von einem Fließband aufnehmen kann, als Küchenhilfe eigentlich total unterfordert ist. Als Lockmittel für hungrige Gäste aber wird er seinen Zweck mit Sicherheit erfüllen.