Telearbeit Angebot wird überraschend selten genutzt
Trier - Insgesamt gebe es jedoch auch bei Vollzeitstellen einen Trend zur "alternierenden Telearbeit". Untersuchungen zeigten, dass Angestellte zuhause mindestens so effektiv arbeiteten wie ihre Kollegen im Büro.
Eineinhalb Jahre lang hatte Jäckel an seinem Lehrstuhl der Uni Trier etwa 70 Unternehmen und rund 270 Telearbeiter befragt. Bis zum Mittwoch werden die Ergebnisse auf einer Tagung der Europäischen Akademie im saarländischen Otzenhausen diskutiert.
Die meisten Telearbeiter zeigten eine hohe Leistungsmotivation, berichtete Jäckel. Nach einer Phase der Eingewöhnung könnten sie sich in der Regel gut disziplinieren und eigenverantwortlich Ziele setzen. Einige schafften jedoch nicht den Absprung in den Feierabend. "Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zerfließt ", beobachtete Jäckel. Alltägliches wie Mittagessen oder Privattermine zerstückelten den Arbeitstag, so dass einige bis in den Abend hinein am Computer säßen. Außerdem sei es wichtig, immer wieder im Betrieb zu arbeiten.
Auf keinen Fall sollten Unternehmen ihre Telearbeiter mit Prämien belohnen, sagte Jäckel. Dies rufe den Neid der Kollegen im Büro hervor, die Telearbeit ohnehin oft als Privileg betrachteten. "Steht die Belegschaft nicht hinter der Telearbeit, ist sie in der Regel zum Scheitern verurteilt."
Frauen leiden der Studie zufolge stärker unter der Mehrfachbelastung zwischen Computer, Küche und Kindern. "Die Familie muss lernen, dass die Mutter zu bestimmten Zeiten nicht gestört werden darf", betonte Jäckel. Nach der Kinder-Phase wollten viele Frauen wieder ganz in ihren Betrieb zurück. Die wechselnde Arbeit zu Hause und im Büro sei jedoch eine Chance, Kinder und Beruf zu verbinden.