Telekom: Flatrate für T-DSL - DER SPIEGEL
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Telekom Flatrate für T-DSL

Mit einer Preisoffensive will die Deutsche Telekom den neuen Highspeed-Internetzugang T-DSL unter die Massen bringen. Das Edelsurfen rund um die Uhr soll bald weniger als hundert Mark im Monat kosten.
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Köln - Der zeitlich unbegrenzte DSL-Zugang werde ab Jahresmitte eingeführt, kündigte Telekom-Chef Ron Sommer in einem vorab veröffentlichten Interview mit "Capital" an. Es wird die erste richtige Flatrate im Telekom-Tarifdschungel sein. Mit dem in Deutschland einmaligen Angebot will das Unternehmen der neuen Technologie zum Durchbruch verhelfen, sagte ein Sprecher. Bisher wurden erst 10.000 T-DSL-Anschlüsse verkauft, bis Jahresende sollen es 300.000 sein.

DSL steht für Digital Subscriber Line und ist selbst in der gebremsten Verbraucherversion immer noch bis zu zwölfmal schneller als ISDN. Das offizielle Download-Tempo beträgt 768 Kilobit pro Sekunde, gegenüber 64 Kilobit bei ISDN. In der Praxis wird das Optimum selten erreicht. Aber das Highspeed-Surfen macht einen Unterschied: "Das ist, wie wenn man in einen Ferrari umsteigt. Das muss man einfach erlebt haben", sagt der Telekom-Sprecher.

Das neue Angebot richtet sich an Vielnutzer, "Leute, die fünf, sechs Stunden am Tag surfen und viel herunterladen". Beim bisherigen T-DSL-Paket sind im Grundpreis nur die ersten fünfzig Stunden enthalten, danach kostet jede Minute drei Pfennig. Bei der Flatrate fällt die Zeitbeschränkung weg. Der Grundpreis soll deutlich unter hundert Mark im Monat liegen. Am schnellsten ist T-DSL in Verbindung mit T-Online - das Angebot der Telefongesellschaft ist daher auch eine Strategie, um den Marktanteil des eigenen Onlinedienstes auszubauen.

T-DSL ist in rund 60 Orten Deutschlands erhältlich. Vielerorts ist es der einzige Weg in die temporeiche Zukunft. Mobilcom bietet zwar auch einen DSL-Service an - doch der ist mit 384 Kilobit pro Sekunde nur halb so schnell und in nur acht Großstädten verfügbar. Mannesmann Arcor bietet, auch nur in Ballungsräumen, einen noch langsameren Zugang an. Der Hauptkonkurrent von T-Online, America Online, hat überhaupt keinen Highspeed-Service im Programm.

Die Telekom plant noch weitere neue Tarife, darunter den Schülertarif: Der soll Kindern erlauben, für "ein Taschengeld" (Sommer) einen ganzen Monat lang täglich zwischen 15 und 18 Uhr das World Wide Web zu erforschen.

Das Jahr 2000 stehe für die Telekom unter dem Motto "Deutschland geht online". Dazu diene auch die Preisoffensive, sagte der Sprecher. Doch laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft ist die Telekom bei diesem Unterfangen ein Bremser: Da das Unternehmen bei Ortsgesprächen noch immer praktisch über ein Monopol (97,5 Prozent) verfüge, seien diese Gespräche in Deutschland nach wie vor sehr teuer. Dies sei ein Grund dafür, dass in der Bundesrepublik bisher erst jeder vierte Haushalt ans Internet angeschlossen sei, rügte das Institut.