Telekom-Tarife: Schluss mit dem Chaos? - DER SPIEGEL
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Telekom-Tarife Schluss mit dem Chaos?

Die Telekom will ihr bisweilen unübersichtliches Tarifsystem entrümpeln: Vor allem ISDN-Kunden können mit teils deutlichen Preissenkungen rechnen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hannover - Auf dem deutschen Telefonmarkt ist die Telekom mit einer neuen Preisrunde in die Offensive gegangen. Sowohl für ISDN-Kunden wie auch für Nutzer des analogen Netzes sollen die Preise für Inlandsgespräche zum 1. März sinken. Das kündigte der Konzern im Vorfeld der Cebit in Hannover an.

Für ISDN-Kunden halbieren sich ab März die Gebühren für Inlandsgespräche in der Nebenzeit (18 Uhr bis 7 Uhr) auf sechs Pfennig pro Minute. Am Wochenende gilt dieser Preis rund um die Uhr. Wer tagsüber - anstatt einen Call-by-Call-Anbieter zu benutzen - weiterhin über die Telekom telefonieren will, kommt mit 18 Pfennig ebenfalls bis zu 25 Prozent billiger davon als bislang.

Außerdem werden die Tarifbereiche Regional und Deutschland zu einem Bereich zusammengefasst. Die Telekom will auf diese Weise ihre oft als kompliziert und unübersichtlich kritisierte Tarifstruktur entwirren. Ob ihr das, angesichts der zunehmenden Differenzierung zwischen ISDN- und Nicht-ISDN-Kunden, gelingt, bleibt fraglich.

Aber auch Besitzer eines analogen Anschlusses - immerhin rund drei Viertel aller Telekom-Kunden - kommen in den Genuss von Tarifsenkungen. Hier verbilligen sich die Telefonate tagsüber auf 24 Pfennig (bisher 36 Pfennig) pro Minute. Der Freizeittarif wird werktags auf zwölf Pfennig abgesenkt. Unverändert bleibt der Abendtarif mit sechs Pfennig.

Nachdem die Telekom ihr, so Vorstandschef Ron Sommer, "Tarif-Feuerwerk 2000" bereits Anfang Februar unter anderem für Auslandsverbindungen gezündet habe, folge jetzt die zweite Stufe. "Telefonieren mit der Deutschen Telekom wird noch einmal günstiger und übersichtlicher". Mit ihren neuen Preisen nähert sich die Telekom in den Nebenzeiten immer mehr ihren Wettbewerbern an.

Bei der Cebit stehen für die Telekom, so Sommer, Innovationen rund um das Internet im Vordergrund. Ein Höhepunkt soll der "rasante Ausbau" des Hochgeschwindigkeitsnetzes T-DSL sein. "Bis zum Jahresende werden wir mit unserem Netz etwa 17 Millionen private Haushalte und mehr als eine Million Geschäftskunden anschließen können", sagte Sommer.

T-DSL, die Telekom-Variante von ADSL, ermöglicht eine - im Vergleich zu ISDN - um ein Vielfaches höhere Geschwindigkeit beim Internet-Zugang. Demnächst will der Ex-Monopolist, so Sommer, auch einen DSL-Zugang via Satellit anbieten.

"Wir werden aus DSL genauso einen Massenmarkt machen wie aus ISDN", sagte Sommer. Der Vorstandschef zeigte sich zudem zuversichtlich, dass die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post die neuen Telekom-Tarife genehmigen werde.