Tischtennis-Simulation Mit echtem Schläger gegen den Computer
Chemnitz - Bei dem "Virtuellen Tischtennis" tritt ein Spieler mit einem gewöhnlichen Schläger gegen den Computer an. Die restliche Spielumgebung wie Ball, Netz und Platte sind virtuell und werden auf eine Großbild-Leinwand projiziert. Der Spieler trägt eine 3D-Brille.
"Im Hintergrund erzeugen zwei handelsübliche Computer mit einer Visualisierungs- und Trackingsoftware für jedes Auge des Betrachters eine Darstellung der Szene", erläutert Stephan Rusdorf von der TU Chemnitz. "Diese Bilder werden durch zwei Beamer über einen Umlenkspiegel auf eine vier mal drei Meter große Acrylglasscheibe projiziert."
Auf dem Schläger und der Brille sind mehrere Trackingpunkte befestigt, die während eines Matches von vier Infrarotkameras aufgenommen werden. Damit werden Position und Ausrichtung des Spielers und des Schlägers bestimmt, erläutert Informatiker Rusdorf. Computer bauen diese Informationen dann in eine Darstellung der Szene ein.
Ein Dolby-Surround-Soundsystem sorgt für den richtigen Ton und macht Ballgeräusche hörbar. Alle in der Realität geltenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten werden simuliert, heißt es. So soll es möglich sein, den virtuellen Ball wie in einem realen Spiel anzuschneiden.
Künftig wollen die Informatiker sogar zwei Spieler gegen den Computer antreten lassen. Und die müssen sich nicht einmal am selben Ort befinden. Außerdem planen sie, aufgezeichnete reale Spielsequenzen in solch eine dreidimensionale Simulation zu integrieren. Das würde dem Spieler erlauben, spezielle Techniken in Echtzeit zu trainieren.
Außerdem ist zukünftig ein "haptisches Feedback" vorgesehen, das den Aufprall des virtuellen Balls auf den realen Schläger - eventuell durch Vibration - simuliert.
"Viele Spieler waren begeistert, als sie unsere Simulation testeten", berichtet Rusdorf. Sogar der Deutsche Tischtennis-Bund bekundete bereits das Interesse an der Lösung. Vor einem Einsatz im Training müssten jedoch die Reaktionszeiten des Gesamtsystems - insbesondere der Kameratechnik - noch verkürzt werden, so Rusdorf.
Den nächsten öffentlichen Auftritt erlebt das "Virtuelle Tischtennis" am 13. Januar 2005 zum "Tag der offenen Tür" an der TU Chemnitz.