Tsunami-Katastrophe: Verschollene über Handy geortet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Tsunami-Katastrophe Verschollene über Handy geortet

Ihre Mobiltelefone haben Touristen in Sri Lanka möglicherweise das Leben gerettet: Dank der Handysignale konnte man 71 Verschollene aufspüren und in Sicherheit bringen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Telefongesellschaften Sri Lankas helfen auf der Suche nach Vermissten im Katastrophengebiet: Sie überwachen alle Mobiltelefone ausländischer Anbieter, um die Standpunkte der Handynutzer festzustellen. "Wenn jemand sein Telefon benutzt, können wir verfolgen, wo die Person ist, und unsere Suche auf die betreffenden Areale des Landes beschränken", sagte Chris Dharmakirti, der das Tidal Wave Rescue Centre leitet, der englischen "Times".

Handynetze sind in verschiedene Funkzellen eingeteilt, bei denen sich die Mobiltelefone automatisch . Dank der zellulären Einteilung lässt sich ein Handy auf wenige Kilometer genau - in Städten sogar noch präziser - orten.

Mittels dieser Technik konnte man 36 britische Urlauber im Badeort Hikkaduwa im Süden Sri Lankas aufspüren und bergen. Dort waren sie gestrandet, nachdem die Welle am Sonntag über drei Viertel der Inselküste hinweggepeitscht war und mehr als 17.000 Menschen getötet hatte. Außerdem wurden 35 Investmentbanker der Firma Morgan Stanley aus Hongkong auf einer Anhöhe geortet und in Sicherheit gebracht.

2321 Ausländer meldeten sich per Handy bei den Suchtrupps

"Zum Zeitpunkt der Tragödie waren 10.252 Telefone mit internationaler Roaming-Funktion im Handynetz Sri Lankas eingewählt", sagte Dharmakirti. "Wir haben jedem eine SMS gesendet und 2321 Antworten erhalten." In der SMS wurden die Handynutzer aufgefordert, eine kostenfreie Nummer anzurufen. "Letzte Nacht hatten wir eine Antwort von einem britischen Touristen und als wir den Anruf zurückverfolgten, konnten wir die 36 Briten ausfindig machen", sagte Dharmakirti. "Vier von ihnen sind schwer verletzt, aber wir haben sie in Sicherheit bringen können."

5983 ausländische Handys seien seit dem Unglück ausgefallen, so Dharmakirti weiter. 4269 Geräte seien seitdem genutzt worden, um mindestens einen Anruf zu tätigen.

Mehr lesen über