Überblick: Computerviren, die Schlagzeilen machten - DER SPIEGEL
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Überblick Computerviren, die Schlagzeilen machten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Melissa:

Der im März 1999 grassierende Melissa-Wurm befiel die Programme Microsoft Word und Outlook, versandte sich selbst als Dateianhang an die ersten fünfzig E-Mail-Adressen im Adressbuch. Das Virus befiel Millionen Computer und legte weltweit Mail-Server von großen Firmen lahm. Schaden: 80 Millionen Dollar

Tschernobyl: Ein besonders aggressives Störprogramm, das im April 1999, zum 13. Jahrestag des Atomunfalls in Tschernobyl, ausbrach: Es löschte die Festplatte und verhinderte einen Neustart des Rechners. Betroffen waren 600.000 Computer, vor allem in Südkorea und der Türkei. Das Virus hatte sich an eine Software gehängt, die aus dem Internet heruntergeladen werden konnte.

Explore Zip: Das Virus tauchte im Juni 1999 auf, verbreitete sich via E-Mail. Es vernichtete Dokumente in verschiedenen Microsoft-Programmen. Viele Firmen mussten ihre Mail-Server runterfahren. Ein Experte sagte damals, Explore Zip kombiniere die Schnelligkeit von "Melissa" mit der Bösartigkeit von "Tschernobyl".

Bubbleboy: Das Virus kündigte sich im November 1999 mit der Zeile "Bubbleboy is back" in der E-Mail-Inbox an. Anders als bei den Vorgängern reichte das bloße Öffnen der E-Mail, um das Programm zu starten. Ansonsten war Bubbleboy allerdings eher harmlos: So wurde der Nutzername des Computerbesitzers mit "Bubbleboy" überschrieben.

Babylonia: Das erste Virus, das sich selbst updatet. Das Programm wurde im Herbst 1999 in Chatrooms als Wunderwaffe gegen den "Y2K"-Bug angepriesen. Wer es auf seinem Rechner installierte, der hatte bald einen direkten Draht in den Fernen Osten: Das Programm stellte eine Internetverbindung nach Japan her und mutierte ständig, während es sein Zerstörungswerk verrichtete.