Überfällig: Napster setzt jetzt auf akustisch orientierte Filter - DER SPIEGEL
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Überfällig Napster setzt jetzt auf akustisch orientierte Filter

Die Realsatire um die Versuche Napsters, copyrightgeschützte Musik aus dem P2P-Dienst auszufiltern, könnte ihrem Ende entgegen gehen. Mit einer an akustischen Merkmalen orientierten Software soll es unmöglich werden, die Filter auszutricksen.
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Redwood City - Die von der Schließung bedrohte Online-Musiktauschbörse Napster hat die Lizenz für eine an akustischen Merkmalen orientierte Filtertechnologie erworben. Das von der Firma Relatable entwickelte System erkenne die Musikstücke unabhängig vom Audio-Format an der Aufnahme selbst, teilten die beiden Unternehmen am Freitag mit.

Der Schritt war überfällig. Als Napster Anfang März begann, die über den P2P-Dienst getauschten Dateien zu filtern, brauchten Fans nur Stunden, um die Filter bis an die Grenze der Wirkungslosigkeit auszutricksen. So lang das Filtering bei Napster auf der Suche nach bestimmten Datei-, Künstler oder Stücknamen basierte, genügte ein bloßer "Buchstabentauscher", um die Filter außer Gefecht zu setzen. Kritiker aus Kreisen der Musikindustrie bemängelten bereits nach kurzer Zeit, dass so etwas ja wohl kaum alles sein könne: Es gäbe schließlich Such-Software, die in der Lage ist, nach akustischen Merkmalen zu suchen.

Wie die Software von Relatable. Anhand von akustischen Merkmalen könnten die Aufnahmen nun eindeutig identifiziert werden. "Wir arbeiten eng mit Relatable-Ingenieuren zusammen, um die Technologie an unser Filtersystem anzupassen", erklärte Napster-Chef Hank Barry.

Durch die Vorauswahl der tauschbaren Musikstücke sollen urheberrechtlich geschützte und von der Musikindustrie gekennzeichnete Titel vom Tausch ausgeschlossen werden. Mehrere Plattenfirmen werfen Napster Urheberrechts- Verletzungen vor.

Schätzungen zufolge sind rund 60 Millionen Menschen in aller Welt Napster-Nutzer. Angeblich kann über die P2P-Börse auf mehr als eine Milliarde Musikstücke zugegriffen werden. Laut Umfragen nutzt etwa jeder zehnte deutsche Internetnutzer Napster.