UMTS Erste Frequenzen zu ersteigern
London - Als erstes Land in Europa startet Großbritannien mit der Versteigerung von Lizenzen für den Aufbau und das Betreiben von UMTS-Netzen. Mit einer Datenübertragung von bis zu 2 Megabit pro Sekunde ermöglicht der UMTS-Standard auf dem Handy Multimedia-Anwendungen und Fernsehen
Das Interesse ist groß: 13 Bieter haben angekündigt, für die fünf Lizenzen Gebote abgeben zu wollen. Dabei spekulieren neben den vier großen nationalen Anbieter (BT Cellnet, Vodafone, Orange und One-2-One) auch die France Télékom, die spanische Telefónica, sowie der US-Riese MCI Worldcom auf das Geschäft mit dem UMTS-Standard. Auch Richard Branson, Chef von Virgin, hat sich mit Tesco und EMI zu einer Bietergruppe zusammengeschlossen.
Die Bieter haben heute 30 Minuten Zeit, um ihre Offerte via Fax an die Behörden zu schicken. Doch schon bevor das erste Gebot abgeben wurde, gibt es Streit: Die British Telekom (BT) fühlt sich benachteiligt, da Konkurrent Vodafone zwei Angebote abgeben darf. Nach der Übernahme von Mannesmann gehört nämlich nun auch Orange zum Vodafone-Konzern. Sowohl Marktführer Vodafone, als auch Orange galten bisher als sichere UMTS-Kandidaten; nun bleibt abzuwarten, ob durch den BT-Protest aus dem Vorteil ein Nachteil wird.
In vier Wochen, wenn die Regierung ihre vorläufige Entscheidung bekannt gibt, haben die Unternehmer noch einmal die Möglichkeit, ihr Angebot zu erhöhen. Ein Gewinner der Auktion steht schon vor der eigentlichen Vergabe fest: Das Finanzministerium rechnet mit Angeboten in Höhe von rund einer Milliarde Pfund (rund 3,2 Milliarden Mark).
In Deutschland wird Mitte des Jahres über die Vergabe der nationalen UMTS-Lizenzen entschieden. Neben den vier Lizenzinhabern für das GSM-Netz (D1, D2, e-plus und Viag Intercom) hat die British Telekom bereits angekündigt, sich an der Auktion beteiligen zu wollen. Die Bewerbungsfrist für die Zulassung zur Versteigerung der neuen Mobilfunkgeneration endet in Deutschland am 28. April.