UMTS-Handy Was lange währt
Ganz backfrisch ist es nicht, das Z1010 von Sony Ericsson. In Cannes konnten die Besucher des 3GSM World Congress schon Mitte Februar einen Blick auf das neue Modell werfen. Und zeigten sich meist beendruckt von der üppigen Ausstattung. Wenn schon Breitband, dann auch richtig, dachten sich die Entwickler wohl - und packten so viel Multimedia wie möglich in das Klappgerät: Zwei Kameras, zwei Displays, Bluetooth, ein Ladeschlitz für den "Memorystick", USB-Anschluss und Infrarotschnittstelle sollen keinen Wunsch offen lassen.
Gerade beginnen die MMS, also Multimedia-Messages mit angehängten Fotos oder Tönen, der SMS langsam Konkurrenz zu machen, da geht das UMTS-Handy schon einen Schritt weiter: Nicht nur eine Standbild-Kamera für das schnelle Bild vom Strand ist eingebaut, sondern auch noch eine zweite Kamera für Videokonferenzen. Ist die Gegenstelle gleichermaßen ausgestattet, können sich die die Gesprächspartner so beim Telefonat in die Augen sehen. Praktisch gelöst: Die Konferenz-Kamera ist unter dem Display angebracht, die für die Schnappschüsse an der Außenseite des Gehäuses: So kann das Handy beim Fotografieren erst mal zu bleiben.
Auch wichtige Statusinfos zeigt das Breitband-Handy schon im geschlossenen Zustand an: Zusätzlich zum Farbdisplay in PDA-Qualität hat das Gerät noch eine Graustufen-Anzeige an der Außenseite. So kann der Nutzer die Nummer des Anrufers schon vor dem Aufklappen sehen und sich entscheiden, ob er das Gespräch annimmt, in dem er die Lade öffnet. Bisher hatten die Hersteller dies meist mit einem Glasfenster zur Durchsicht auf das eigentliche Display gelöst. Der Sony-Trick: Ein Graustufen-Display verbraucht wesentlich weniger Strom als das Farbdisplay im Inneren. Und spart so wichtige Batteriereserven.
Da das Gerät erst ab April die letzten Tests durchläuft und dann wohl nicht vor der zweiten Jahreshälfte bei den großen Mobilfunkanbietern zu haben sein wird, kann sich an der inneren Ausstattung noch einiges ändern. Vorgesehen ist aber in jedem Fall ein GPRS-Modul, damit man das Handy schon vor dem erwarteten UMTS-Durchbruch benutzen kann. Mehrstimmige Klingeltöne verstehen sich in dieser Geräteklasse fast schon von selbst. Und mit der Sony-eigenen Speicherlösung "Memory Stick" sollen sich die standardmäßigen 16 MB Speicher für eigene Bilder und MP3-Dateien leicht erweitern lassen.
T-Mobile-Kunden können sich indes auf UMTS schon freuen. Gerade hat der Vorstand angekündigt, den neuen Standard zu den "alten" GPRS-Preisen anzubieten. "Höhere Preise wären den Kunden nicht zuzumuten", sagte Vorstandschef René Obermann dem "Focus". UMTS-Surfer werden allerdings wohl trotzdem tief in die Tasche greifen müssen. Denn die GPRS-Tarife sind volumenabhängig. Und mit der größeren Bandbreite bei UMTS werden die Kunden erfahrungsgemäß auch größere Datenmengen laden und verschicken. Da kann der Umstieg schnell teuer werden.