Unerwünschte Software: Wie man seinen PC sauber hält - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Unerwünschte Software Wie man seinen PC sauber hält

Kopiersperren und Programme, die man eigentlich gar nicht installieren wollte, können einen PC ausbremsen. Derartige Software lauert unter anderem auf Video-DVDs und ist nur schwer zu finden. Doch es gibt wirksame Gegenmaßnahmen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Plötzlich öffnet sich auf dem PC ein Popup-Fenster, obwohl die Verbindung zum Internet getrennt ist. Zudem fährt der Rechner seit einiger Zeit langsamer hoch. Ärgern Probleme wie diese den Anwender, können Programme, Spiele oder Kopiersperren auf dem Windows-Rechner heimlich Überwachungsmodule oder hyperaktive Treiber installiert haben. Doch gegen die ungewünschten Zugaben können Nutzer Maßnahmen ergreifen.

Relativ harmlos ist es, wenn die neue Software den Systemstart etwas verzögert oder sich in der Taskleiste verewigt. Instant-Messaging-Programme fordern dann etwa zum Login auf, oder Brennprogramme setzen Suchfelder in die Taskleiste. Dies lässt sich häufig durch einfache Einstellungen in den Programmoptionen unterbinden. Ernst wird es, wenn sie Systemfunktionen außer Betrieb setzen.

Die Computerzeitschrift "c't" berichtet beispielsweise über Kopiersperren für Audio- und Video-CDs, die weit übers Ziel hinausschießen. So versuche das Schutzverfahren "Alpha-DVD 1.0.3.5" von Settec der DVD "Mr.&Mrs Smith" nicht nur mit defekten Sektoren Kopierversuche zu vereiteln, sondern installiere auch drei Dateien ins Systemverzeichnis. Bei einigen Konfigurationen erzeugt der DVD-Brenner nunmehr Schreibfehler, bei anderen werden sämtliche Brennvorgänge blockiert.

Vor dem Anwender versteckt sich die Sperre mit einer Tarnkappe so effektiv, dass sie auch mit dem Task-Manager von Windows nicht zu sehen ist. Diese Tarnkappenfunktion kann auch von Schadsoftware missbraucht werden. Erkennen lässt sie sich dennoch, weil sie sich unter dem Namen "SystemManager" in die Registrierungsdatenbank einträgt und eine Datei namens hadl.dll ins Windows-Verzeichnis system32 speichert.

Erst seit Kurzem finden sich im Handel Exemplare der DVD mit einem Warnhinweis - man möge beim Einlagen die Umschalttaste drücken, um den Kopierschutz vom Rechner fern zu halten. Löschen lässt sich der Kopierschutz inzwischen mit Antiviren- und Spyware-Software von Symantec und Microsoft.

Gegen Installationen ohne Vorwarnung sollten Nutzer, so raten die "c't"-Autoren, ihre Benutzerrechte in der Windows-Systemsteuerung einschränken. Denn ohne Administratorenrechte kann keine Kopiersperre ihre Treiber in Systemverzeichnisse schreiben. Kommt es dann beim Aufspielen von Software einmal zu der Meldung, dass die Installation gescheitert sei, sollten die Nutzer prüfen, ob sich die Inhalte dennoch nutzen lassen. Erst wenn nichts läuft, können sie notfalls die CD als Administrator erneut einlegen.

Doch nicht nur Kopiersperren, auch Programme, die ohne Rückfrage weitere Software im System installieren, sorgen für Ärger. Vor allem Gratisprogramme tragen sich nicht nur gerne im Autostartordner ein, sondern belasten die Rechenleistung auch häufig mit ständig laufenden Indexierungsdiensten oder Zugaben für den Internet-Browser. Häufig tragen sie sich auch als bevorzugte Anwendung für alle möglichen Dateitypen ein. Von Standardinstallationen raten die "c't"-Experten deshalb ab. Stattdessen sollte immer die Option der benutzerdefinierten Installation ausgewählt werden, dort sollte der Anwender nur wirklich gewollte Software-Features zum Aufspielen freigeben.

Um unerwünschte Software von der Festplatte zu entfernen, sollten keine sogenannten Uninstall-Programme verwendet werden, warnen die "c't"-Autoren. Denn diese lassen den Nutzer oftmals raten, welche Dateien sie löschen sollen - und eine zu viel beseitigte Datei kann mitunter die Neuinstallation des Systems nötig machen. Ungefährlicher seien dagegen Programme wie InControl und Total Uninstall, die Änderungen durch eine Installation protokollieren - und diese rückgängig machen können. Gleichwohl berücksichtigen sie aber auch Änderungen, die Windows selbst laufend vornimmt.

Christiane Schulzki-Haddouti, ddp