Unsichere Funknetze: Datenklau jetzt noch leichter - DER SPIEGEL
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Unsichere Funknetze Datenklau jetzt noch leichter

Eine neues Programm vereinfacht Hackern den Einbruch in lokale Funknetze. Die Entwickler wollten nach eigenen Angaben auf die unsichere Verschlüsselung hinweisen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die in vielen Firmen gebräuchlichen lokalen Funknetze bereiten Sicherheitsexperten seit längerem Sorgen: Hacker haben schon mehrfach bewiesen, wie verwundbar die so genannten Wireless LANs sind. Eine neue Software offenbart die Sicherheitslücken jetzt deutlicher als je zuvor. Wie das Online-Magazin "Wired News" berichtet, wurde am vergangenen Wochenende die Beta-Version des Programms AirSnort im Netz veröffentlicht.

Mit AirSnort sowie einem Notebook mit Funkkarte verfügen potenzielle Einbrecher über ein äußerst komfortables Werkzeug zum Knacken der Funknetze. Sobald das unter Linux laufende Programm eine genügend große Datenmenge - zwischen 100 Megabyte und einem Gigabyte - abgefangen hat, kann es das Passwort für die Verschlüsselung in Sekunden ermitteln.

"AirSnort setzt sicherlich neue Maßstäbe, denn mit diesem Tool kann man ein verschlüsseltes Funknetz schnell und einfach durchbrechen", sagte Randy Sandone von der IT-Sicherheitsfirma Argus dem Online-Magazin. "Wenn AirSnort erst die Verschlüsselung geknackt hat", so Sandone, "kann ein böswilliger Hacker jedes Datenpaket lesen, das im Funknetz übertragen wird - Informationen, Passwörter, was auch immer er will."

Die Wireless LANs sollten eigentlich durch das so genannte Wireless Encryption Protocol (WEP) geschützt sein, das die Daten vor dem Übertragen verschlüsselt. Mit der Veröffentlichung von AirSnort solle gezeigt werden, wie einfach sich dieses vermeintlich sichere Bollwerk überwinden lässt, erklärten die Entwickler des Programms, Jeremy Bruestle und Blake Hegerle. Bruestle: "AirSnort soll den Leuten die Augen öffnen."

Nach ihren Angaben erhielten Bruestle und Hegerle neben äußerst kritischen Reaktionen auch dankbare E-Mails von Systemadministratoren, für die das Programm eine Möglichkeit gewesen sei, ihr Management von der Unsicherheit des Standards zu überzeugen. "Wir sind der Meinung, dass es das einzig Richtige war, das Projekt zu veröffentlichen", sagte Bruestle. "Für einen Laien oder einen durchschnittlichen Administrator ist nicht ersichtlich, wie anfällig die Funknetz-Verschlüsselung für Hacker-Attacken ist. Es ist zu einfach, WEP zu vertrauen."