Urteil: Microsoft zu einer Million Dollar Schadenersatz verurteilt - DER SPIEGEL
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Urteil Microsoft zu einer Million Dollar Schadenersatz verurteilt

1996 verweigerte Microsoft dem Software-Entwickler Bristol den Einblick in den Windows-Quellcode. Bristol klagte, Microsoft wurde zu einer symbolischen Entschädigung verbrummt. Das Urteil im zweiten Prozess zeigt, wie sehr sich das Klima zu Microsofts Nachteil verändert hat.
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Bridgeport/USA - Eine Bundesrichterin im US-Bundesstaat Connecticut hat Microsoft zu einer Million Dollar Schadenersatz verurteilt, weil es einem anderen Softwarehaus den Quellcode von Windows NT nicht überlassen hat. Damit gab die Richterin einer Klage des Unternehmens Bristol statt, das Cross-Plattform-Lösungen für die Nutzung von Windows-Programmen auf Unix-Rechnern herstellt.

Wegen Irreführung und Verletzung der Handelsgesetze von Connecticut wurde Microsoft schon im Juli 1999 schuldig gesprochen, doch wurde Bristol damals nur eine symbolische Entschädigung von einem Dollar zugestanden.

Bristol beantragte daraufhin einen Strafbescheid gegen Microsoft. Dem Marktführer sei es völlig gleichgültig gewesen, dass er Bristol und anderen unabhängigen Software-Entwicklern Schaden zugefügt habe, erklärte Richterin Janet Hall in ihrer Urteilsbegründung. Eine Strafe von einer Million Dollar werde ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 14,5 Milliarden Dollar allerdings kaum davon abhalten, sich künftig anders zu verhalten, befand Hall. Microsoft will gegen ihre Entscheidung Berufung einlegen.

Bristol hatte Microsoft im August 1996 verklagt, nachdem der Konzern den weiteren Zugang zum Quellcode von Windows NT unterbunden hatte. Eine frühere Version des Betriebssystems durfte Bristol noch einsehen und auf Grund dieser Informationen Programme wie Wind/U entwickeln, das die Systemgrenzen zwischen Windows und Unix überbrückt.