US-Spionage Neuer Geheimdienst gefordert
Das National Reconnaissance Office (NRO), das bislang die Entwicklung und die Operationen von US-Spionagesatelliten koordiniert, sei seiner Aufgabe nicht mehr gewachsen, heißt es in einem Bericht für den US-Kongress. Das NRO "und seine Projekte sind in der Öffentlichkeit viel zu bekannt", bemängelt der Ausschuss. "Problematisch ist allein das allgemeine Wissen, dass das NRO existiert und öffentliche Spekulationen darüber angestellt werden, wie die Satelliten arbeiten."
Die finanzielle Situation des NRO sei ebenfalls angespannt. Auch habe das Büro, das dem Verteidigungsministerium und der Central Intelligence Agency (CIA) untersteht, seit Ende des Kalten Krieges massiv an Unterstützung beim Präsidenten, Verteidigungsminister und bei der CIA verloren.
Wenn sich an dieser Entwicklung nichts ändere, dann würden die USA in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren "blind und taub", warnen die elf Mitglieder der Kommission. Waffenhandel, internationaler Terrorismus sowie die Verbreitung und Produktion von Massenvernichtungswaffen könnten dann nicht mehr überwacht werden.
Als Lösung schlägt der Ausschuss in seinem Bericht die Schaffung eines supergeheimen Büros vor, dem "Office of Space Reconnaissance". Nur so ist es - nach Auffassung der Kommission - möglich, den Anschluss an die Technologie der Weltraumspionage nicht zu verpassen. "Ich glaube, dass in diesem Bereich sehr diskret und mit einer gewissen Bereitschaft zum Risiko vorgegangen werden sollte. Die anderen dürfen auch nicht nur ansatzweise wissen, was wir bei der Entwicklung dieser Technologie gelernt haben", sagte der republikanische Kongress-Abgeordnete Porter Goss, der im Geheimdienst-Ausschuss sitzt.
Die Existenz des NRO stelle der Bericht nicht in Frage, ergänzte Goss. In seiner 40-jährigen Geschichte habe das Büro Dinge entwickelt, "von denen wir nicht zu träumen wagten, und das brauchen wir. Aber wir brauchen jetzt auch die nächste Generation".