Verlustminimierung: Xbox wird zum "Videorekorder" ausgebaut - DER SPIEGEL
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Verlustminimierung Xbox wird zum "Videorekorder" ausgebaut

Dass die Xbox selbst unter Preis verkauft werden würde, wusste Microsoft vorher. Dass dabei in zwei Jahren fast zwei Milliarden Dollar Verlust herauskommen würden, ahnte niemand. Jetzt arbeitet Microsoft an zusätzlichen Mehrwerten für Xbox-Käufer.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der US-Softwarekonzern Microsoft will einem Magazinbericht zufolge angesichts zu erwartender Milliardenverluste mit seiner Spielkonsole Xbox das Gerät mit einem digitalen Videorekorder verknüpfen.

Die Softwareschmiede arbeite bereits seit rund neun Monaten an dem neuen kombinierten Gerät, berichtete das US-Technologie-Magazin "Red Herring" am Dienstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Kreise. Es könne wahrscheinlich nächstes Jahr für rund 500 Dollar auf den Markt kommen.

Microsoft werde allein in diesem Geschäftsjahr mit seiner Spielekonsole rund 750 Millionen Dollar Verlust machen und im kommenden Geschäftsjahr bis 30. Juni 2003 weitere 1,1 Milliarden Dollar, hieß es in dem Bericht. Dabei habe Firmenmitgründer und Chairman Bill Gates 1999 noch gesagt, die Xbox werde über acht Jahre Verluste von insgesamt 900 Millionen Dollar bringen. Microsoft war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bei jeder verkauften Xbox lege Microsoft derzeit etwa 150 Dollar drauf, schrieb Red-Herring-Autor Dean Takahashi weiter. Der von den Großhändlern an Microsoft zu zahlende Preis liege bei 175 Dollar, während die Herstellung etwa 325 Dollar koste. Die Produktionskosten ließen sich voraussichtlich erst in etwa fünf Jahren auf 225 Dollar senken.

Auch die Konkurrenten Sony und Nintendo verkauften ihre Spielkonsolen Playstation 2 beziehungsweise GameCube derzeit nicht kostendeckend, hieß es weiter. Ihnen gelinge es aber schneller, ihre Aufwendungen zu verringern. Die drei Anbieter versuchten zuletzt unter anderem mit Preissenkungen ihre Anteile an dem hart umkämpften Markt für Spielekonsolen auszudehnen. Branchenkenner erwarten in diesen Jahr weltweit einen Umsatz für Geräte und Programme von mehr als 30 Milliarden Dollar.

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