Versicherung Teurer Schutz mit Elektronik-Police
Das ist ärgerlich: Bei einem Brand oder Blitzschlag gehen auf dem Computer wichtige Daten verloren. Und während das Gerät selbst oft ersetzt wird, bleiben private PC-Nutzer auf den Kosten für die Wiederherstellung der Daten sitzen.
Denn die müssen von der privaten Hausratversicherung nicht übernommen werden, wie schon vor Jahren das Landgericht Stuttgart entschied. Denn die Hausratversicherung schützt Sachen im Haushalt, Daten auf einem PC sind jedoch keine Sachen im Sinne der Versicherungspolice.
Für Unternehmen und Freiberufler lässt sich dieses Problem mit Elektronikversicherungen lösen. Sowohl die Hardware wie auch die Daten auf entsprechenden Datenträgern können gegen alle möglichen Gefahren gesichert werden - vom Bedienungsfehler über Sabotage bis hin zum Blitzeinschlag.
Wann lohnt sich die Spezialversicherung?
Eine Elektronikversicherung lohnt sich, wenn teure technische Geräte geschützt werden müssen, die für den Geschäftsablauf wichtig sind.
Das Problem der Versicherung ist aber der hohe Preis: Bei einer Versicherungssumme von 100 000 Euro müssen Freiberufler und Unternehmen oft meist mehr als 1000 Euro Jahresprämie einkalkulieren.
Freiberufler mit Home-Office können sich die Prämie übrigens oft sparen, denn der Schutz der privaten Hausratversicherung lässt sich oft auf das Büro erweitern. Automatisch ist das Home-Office jedoch nicht geschützt.
An welchen Bedingungen hängt die Versicherung?
Bei einer Police, die auch den Datenverlust versichert, muss einiges beachtet werden, wenn es im Falle des Falles Geld geben soll.
So müssen die Daten regelmäßig gesichert werden, und die Firewall muss immer auf dem neuesten Stand sein. Die einfachere Lösung ist da oft eine externe Speicherung der Daten, sodass sie auch nach einem Totalausfall des Systems wieder erreichbar sind. Hier gibt es auch Lösungen für kleinere Unternehmen, die für rund 50 Euro im Jahr die Daten extern speichern lassen und sie jederzeit über jeden Computer abrufen können.
Kann man Mobiltelefone versichern?
Aber nicht nur Policen für den PC und andere Büroelektronikgeräte haben die Versicherer im Angebot. Vor allem das Handy ist mittlerweile beliebtes Objekt von Versicherungen.
Handy-Versicherungen bieten Schutz, wenn das Gerät gestohlen oder beschädigt wird. Dies kommt zwar vor, aber eine Versicherung ist dennoch unsinnig, denn der Schutz ist teuer und lückenhaft.
So bietet Jamba Schutzbriefe an, die bei einem 300 Euro-Handy 3,49 Euro monatlich kosten, wenn Diebstahl und Beschädigungen eingeschlossen sind. Dafür muss der Kunden noch einen Selbstbehalt von 10 beziehungsweise 25 Prozent (Beschädigung/Diebstahl) tragen - und der Vertrag läuft über mindestens zwei Jahre und wird im zweiten Jahr auch noch um 50 Cent im Monat teurer.
Das heißt: Ein Handy im Wert von 300 Euro wird mit 89,76 Euro für zwei Jahre versichert, und bei einem Diebstahl muss der Versicherte auch noch 75 Euro selbst tragen. Im ungünstigsten Fall wird das Handy nach zwei Jahren gestohlen und der Kunde hat von den 300 Euro 164,76 Euro selbstgetragen. Dafür lohnt eine Versicherung kaum, denn schon die 75 Euro Selbstbehalt dürften nach zwei Jahren reichen, um ein aktuelles Handy zu bekommen.
Greifen andere Versicherungen beim Handy-Diebstahl?
Die Alternative zu den Policen steckt übrigens meist im eigenen Versicherungsordner: Das Handy ist oft auch durch die eigene Hausratversicherung geschützt, wenn die vorhanden ist - und zwar ohne einen Euro Aufschlag. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Handybesitzer auf offener Straße Opfer eines Raubüberfalls wird.
Voraussetzung ist dann jedoch auch, dass der Überfall der Polizei gemeldet wird. Das Fazit: Handybesitzer sollten das Geld für die Versicherung sparen.
Oliver Mest, ddp