Video On Demand: Disney will Filme nach Hause beamen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Video On Demand Disney will Filme nach Hause beamen

Mit einer seltsamen Hybridlösung aus herkömmlichem Fernsehen, einer Set-Top-Box und festgelegten Filmpaketen will Disney in den USA mit Video-On-Demand Ernst machen. Filme sollen teilweise auch in High Definition auf heimische Fernseher gebeamt werden - gegen eine saftige Gebühr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"MovieBeam" heißt das System, mit dem die Walt Disney Corp. Vielsehern künftig den Weg in die Videothek ersparen will. Kern des Geschäftsmodells ist eine Set-Top-Box, die per Funkübertragung Filme geliefert bekommt. Auf einer Festplatte werden die Filme gespeichert und können dann - gegen eine Gebühr - jederzeit angesehen werden. Die Box wird mit 100 Filmen bestückt ausgeliefert und jede Woche mit 10 neuen aufgefüllt, über ungenutzte Frequenzen des normalen Fernsehsignals. "Datacasting" nennt sich diese Technik.

Disney hatte das System 2003 schon einmal in drei US-Städten getestet, dann aber wieder auf Eis gelegt. Nun soll MovieBeam aber wirklich an den Start gehen, diesmal als eigene Firma. MovieBeam Inc. wird unter anderem von Cisco Systems und Intel mitfinanziert. Von einer Cisco-Abteilung werden auch die Set-Top-Boxen hergestellt. In 29 Regionen soll das System zunächst starten, bis Ende 2007 aber landesweit verfügbar sein.

Die neuen Set-Top-Boxen können nicht nur normale Filme empfangen - einige werden auch in High Definition ausgeliefert werden. HD-fähige Fernseher sind in den USA bereits wesentlich weiter verbreitet als in Europa.

Billig wird das Ganze nicht: Fast 200 US-Dollar wird die Box kosten, noch mal knapp 30 Dollar werden für die Freischaltung fällig. Im Anschluss soll das Ansehen eines neu herausgekommen Films weitere 3,99 Dollar kosten, älter immerhin noch 1,99 Dollar. Für Filme in HD-Auflösung kommt ein weiterer Dollar hinzu.

cis/ap