Videoprojektoren Kuscheln im Heimkino
Die Zeiten, in denen ein Videoprojektor für das Wohnzimmer unerschwinglich teuer war, gehören der Vergangenheit an. Mit den Heimkinoprojektoren der neuesten Generation macht man genau genommen immer ein Schnäppchen: Bei keinem anderen Bildwiedergabegerät ist die Anzeigefläche pro Quadratzentimeter billiger zu haben.
Herkömmliche Projektoren, die in der Tat sehr gute Bildergebnisse liefern, erzeugen ihr Bild aus drei einzelnen Farbröhren. Um ein optimales Bild- und Farbergebnis zu erzielen, müssen die Röhren sehr genau justiert werden. Die extrem hohen Preise sorgten bei dieser Projektionstechnik nicht gerade für eine weite Verbreitung in normalen Privathaushalten.
Erst die LCD-Technik brachte den Projektor ins Wohnzimmer. Dabei wird Licht durch ein LCD-Bauteil geschleust: Dieses Flüssigkeitskristall-Element, in den Prospekten üblicherweise Panel genannt, besteht aus vielen LCD-Kammern, wobei jede einzelne Kammer für einen Bildpunkt steht. Die Einstiegspreise für solche LCD-Projektoren liegen bei knapp 1.000 Euro, doch Wunder in Sachen Helligkeit und Bildschärfe kann man in dieser Preisklasse normalerweise nicht erwarten.
Der große Hoffnungsträger der Projektorhersteller ist die DLP-Technik (Digital Light Processing). Herzstück dieser neuen Technik ist ein DMD (Digital Mirror Device). Dabei handelt es sich um eine etwa daumengroße Fläche, auf der Millionen winziger beweglicher Spiegel aufgebracht sind, wobei jeder Spiegel für einen Bildpunkt steht. Der Lichtstrahl des Projektors fällt auf diese Spiegel und das Videosignal sorgt dafür, dass ein Spiegel entweder das Licht in Richtung Leinwand schickt (an) oder in einen Absorberraum im Projektor (aus). Damit wird ein farbloser Umriss skizziert. Erst ein Farbrad, welches in jeder Sekunde 24-fach alle Grundfarben zeigt, fügt den Umrissen nun Farbe hinzu. In einer Sekunde erzeugt ein solcher Projektor 24 Einzelbilder und jeder Spiegel ist nur in jenen Sekundenbruchteilen an der Projektion auf die Leinwand beteiligt, in dem das Farbrad den korrekten Farbwert liefert.
Gegenüber der LCD-Technik bietet ein DLP-Projektor eine erstaunliche Bildqualität mit erheblich verbesserter Helligkeit und brillanten Kontrasten. Derartige Projektoren sind kaum größer als eine Zigarrenkiste und schaffen gut leuchtende Leinwandbilder mit drei oder vier Metern Bilddiagonale.
Augen auf, vor dem Kauf!
Die Qualität eines Projektors kommt auch nur auf einer anständigen Leinwand zum Tragen. Da eine Videoleinwand an einem hässlichen Stativ, das formatfüllend vor dem Wohnzimmerschrank steht, schnell zum Scheidungsgrund werden kann, sollte man eine Rahmenleinwand für die feste Wandmontage oder eine Rolloleinwand für die Deckenmontage in Augenschein nehmen. Ganz billig ist eine große Leinwand aus hochwertigem Tuch nicht. Kosten in Höhe von wenigstens 400 Euro sollte man besser gleich mit einkalkulieren.
Als nächstes stellt sich die Frage, wie und wo der Projektor im Wohnzimmer positioniert werden kann. Wie auch bei einem Diaprojektor muss der Videoprojektor parallel und mittig zur Leinwand stehen. Die Blumensäule ist eine Lösung, doch Personen, die vom Sofa aufstehen wollen, stehen dann immer störend im Lichtstrahl der Projektion. Einen Ausweg bieten hier Deckenhalterungen, die aber mit rund 160 Euro unverschämt teuer angeboten werden.
Ganz wichtig ist es, nachdem man die Installationsmöglichkeiten im Wohnzimmer geprüft hat, den Abstand zwischen Projektorlinse und Leinwand zu ermitteln. Nur so kann man für jeden Projektor genau ausrechnen, wie groß die Bilddiagonale tatsächlich sein wird. Nicht in jedem Wohnzimmer lässt sich ein 3-Meter-Bild realisieren.
Das alles macht einen Video-Projektor nicht zu einem Versandhausartikel, sondern für einen Beratungsfall beim Fachhändler, wo man den Projektor in Aktion erleben kann. Die Vorführung erspart auch Überraschungen anderer Art: So benötigt die Projektorlampe auf jeden Fall eine Gebläsekühlung. Das Thema Geräuschentwicklung ist deshalb ein möglicherweise kaufentscheidendes Kriterium, besonders dann, wenn der Projektor wirklich auf der Blumensäule hinter dem Sofa seinen Platz finden soll.
Folgekosten nicht unerheblich
Noch vor dem Kauf sollte man sich genau nach der mittleren Lebensdauer des Lichtspenders informieren. Je nach Modell und Hersteller werden hierfür 1.500 bis 3.000 Betriebsstunden angegeben. Im Bundesdurchschnitt erreicht ein Fernseher pro Jahr 1.646 Betriebsstunden. Rechnerisch gesehen wird schlimmstenfalls jedes Jahr eine neue Projektorbirne fällig und die geht mit Preisen zwischen 400 und 600 Euro ordentlich ins Geld. In der Praxis bestätigen Projektornutzer zwar eine Birnen-Lebensdauer von etwas mehr als zwei Jahren, aber zu vernachlässigen ist dieser Faktor dennoch nicht. Im Übrigen bezieht sich die übliche 2-Jahres-Herstellergarantie nicht auf die Projektorbirne.
Tech-Talk: Worauf beim Kauf wirklich zu achten ist, lesen Sie im zweiten Teil...
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Die entscheidende Größe beim Prospektvergleich ist ohne Zweifel die Lichtleistung solcher Heimprojektoren, die in ANSI Lumen angegeben wird. Schon Einsteigergeräte bringen 600 Lumen, doch kann das in hellen, lichtdurchfluteten Wohnungen zu wenig sein. Ab 1000 Lumen ist auch der Tagesbetrieb immer, problemlos gewährleistet.
Eine weitere wichtige Größe ist sicherlich das Kontrastverhältnis. Hier werden schon von preisgünstigen LCD-Modellen Werte von 600:1 bis 800:1 erreicht. Zum Vergleich: Der TFT-Bildschirm des PCs bietet hier kaum mehr als 450:1, während teure Projektoren sogar Kontraste mit 2000:1 abbilden können. Dieser Wert beschreibt das Verhältnis zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Bereich eines Bildes. Je größer das Verhältnis, desto brillanter wirkt die Bildwiedergabe.
Lichtspiele fürs Wohnzimmer
Die Auswahl an Videoprojektoren wird immer größer und vielschichtiger. Die Firma Toshiba zielt mit ihrem kleinen Schmuckstück ET-1 klar auf das Wohnzimmer des Durchschnittsverdieners. Für 1.300 Euro erhält man einen kompakten LCD-Projektor, der 16:9-Formate wiedergeben kann. Für ein Projektionsbild von 2,5 Metern in der Diagonalen benötigt man lediglich studentenwohnheimverdächtige 75 cm Abstand zur Leinwand.
Bei Epson, Hersteller für PC-Peripherie, präsentiert man stolz die neue LCD-Projektorserie Dremio. Schon das Einstiegsgerät EMP-TW10 bietet mit einem Straßen-Verkaufspreis von 1.100 Euro eine Leuchtkraft von 1.000 Lumen und das bei einem Kontrastverhältnis von 700:1. Um ein 2-Meter-Bild zu projizieren, reichen bereits zwei Meter Abstand zwischen Projektor und Leinwand. Das Gebläsegeräusch liegt unter 29 dB und gibt sich höchst wohnzimmertauglich. Das Bildformat lässt sich zudem von 16:9 auf 4:3 umschalten.
Bei den preisaktiven PC-Herstellern wird der Heimkinofreund ebenfalls fündig. Da lohnt sich ein Besuch bei Monitoranbietern wie Benq oder Videoseven. Beim Monitorspezialisten Benq hat man gleich eine ganze Serie von sieben Projektoren aufgelegt. Alle in feiner DLP-Technik und alle zwischen 4:3 und 16:9-Bildformat umschaltbar. Das Einstiegsgerät, der Benq PLB 2120, bringt einen Kontrast von 2000:1 und mit 1.200 ANSI-Lumen reichlich Licht ins Wohnzimmer. Mit einem Gewicht von nur 1.700 Gramm, sollte die Deckenmontage selbst weniger versierten Heimwerkern ausreichend haltbar gelingen. Die Straßenpreise bewegen sich bei rekordverdächtigen 1.300 Euro.
Bei Panasonic hingegen setzt man in Sachen Heimkino ganz auf bewährte LCD-Technik. Der brandneue LCD-Projektor PT-AE500E bringt es immerhin auf 850 ANSI-Lumen bei einem für LCD-Panel hervorragenden Kontrastverhältnis von 1300:1. Die 1-Meter-Marke bei der Bilddiagonalen fällt bereits bei einem Abstand von 1,20 Meter zur Projektionsfläche. Die Auflösung von 1280 * 720 Bildpunkten reicht für 16:9 HDTV-Formate. Auf der Rückseite befindet sich eine Vielzahl von Anschlussmöglichkeiten, darunter auch ein Scart- und ein YUV-Komponenteneingang, der einen mühelosen Anschluss weiterer AV-Geräte ermöglicht. Da der Projektor sogar über einen DVI-D-Eingang verfügt, können auch Daten vom Computer oder dem Notebook, wie z. B. digitale Bilder oder Filme, ohne Qualitätsverlust angeschaut werden. Panasonic nennt für den PT-AE500E einen unverbindlichen Verkaufspreis von 2.000 Euro.