Viren-Welle Die Wahl-Qual dauert an
Muss man vor den "Vote"-Viren warnen?
Ja, man muss, aus Prinzip. Alle vier heute bekannten Varianten (W32.Vote.a@mm, W32.Vote.b@mm, W32.Vote.c@mm und W32.Vote.gen@mm) sind potenziell schädlich, könnten sich massenhaft verbreiten, erst Dateien, schließlich den Inhalt ganzer Festplatten fressen.
Der Witz ist nur: Sie tun es nicht.
Alle vier Varianten kommen in so ähnlicher Form daher, dass schon die Gestalt der E-Mail laut und deutlich schreit: "Hier bitte nicht klicken. Ich bin ein Virus!"
Im Wortlaut heisst es in der Mail:
"Hi
iS iT A waR Against AmeriCa Or IsLaM !?
Let's Vote To Live in Peace!"
Die Betreffzeile lautet ebenfalls uniform "Fwd:Peace BeTweeN AmeriCa and IsLaM!"
Angehängt findet sich eine exe-Datei, die das Virus trägt und im Rechner die Ausführung von manchmal zwei, manchmal drei VBS-Skripten einleitet. Diese Datei ist derzeit der einzige Grund, warum dieses Virus weltweit "Presse", sprich: Aufmerksamkeit zuteil wird: Das "Vote"-Virus glänzt zwar durch Erfolglosigkeit, aber mehr noch dadurch, dass es sich als Trittbrettfahrer an die WTC-Katastrophe anhängt.
Denn die schädliche Datei heißt "WTC.exe". Das ist wie im Kindergarten: Es gibt Kinder, die frech sind, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Irgendwo da draußen sitzt ein Möchtegern-Hacker mit einem Virenbaukasten, der sich gerne in den Annalen der Virenschreiberei verewigen möchte. Auch im vierten Anlauf gelingt ihm das nun nicht, denn wieder hatten alle großen Virenschutz-Unternehmen binnen Stunden ein Gegenmittel parat (nicht, das die Nachfrage sonderlich groß gewesen wäre). Wenn die Web-Welt Glück hat, gibt er bald auf. Inzwischen wird es schon langweilig, auch nur diese einfallslose Mail löschen zu müssen.