Virenwarnung Roron, alte Ratte
Es ist ein bisschen wie beim hässlichen Entlein, nur umgekehrt: Zwei Monate lang war Roron, bei den meisten Virenschutz-Unternehmen unter dem Namen "Oror" bekannt und wuchs fast gänzlich unbeachtet heran. Das Virus galt als unscheinbar und vergleichsweise harmlos, Befallsfälle in "freier Wildbahn" wurden nicht bekannt.
Das, sagt Kaspersky Labs, habe sich nun kräftig geändert. Der russischen Softwareschmiede, die, anders als viele Konkurrenten, kaum je zu Übertreibungen neigt, ist das einen "roten Alarm" wert.
Roron, sagt Kaspersky, sei nun aktiv - und das nicht zu knapp. Der unscheinbare Nager hat sich demnach zu einer angriffslustigen Wanderratte gewandelt: Roron verbreitet sich auf jedem erdenklichen Wege, per Mail, innerhalb von Netzwerken, per P2P-Tauschbörse. Ziel des Virus sei nicht - wie so oft - die reine Weiterverbreitung, sondern echter Schaden: Roron öffnet demnach eine Hintertür im betroffenen System, über die sich ein Rechner fernsteuern ließe. Dazu lösche das Virus Daten auf der betroffenen Festplatte und deponiere offenbar auch ein Programm für eine Denial-of-Service-Attacke - ein viraler Overkill.
Die Lockmittel, mit denen zumindest diejenigen, die das Virus per Mail empfangen, zu seiner Aktivierung verführt werden sollen, sind die absolut üblichen: Da wird unverhohlen mit Sex-Dateien gelockt.
Das erkennt man vornehmlich an den Namen der angehängten Exe-Dateien, da Betreff wie Nachricht der Roron-Mail gemeinhin in bulgarischer Sprache daherkommen. Seit einiger Zeit kursieren allerdings auch englische Varianten, so das auf dieses Signal kein Verlass mehr ist. Generell muss gelten, das niemand unverlangt zugesandte Exe-Dateien ausführen sollte.
Schutz gegen Roron bieten somit nicht nur die Virenschutz-Entwickler, sondern auch der Zeigefinger: Der sollte unverlangt zugesandte E-Mails mit Attachments einfach per Mausklick in den Papierkorb entsorgen.