Virenwarnung: Unterwegs im Namen von Microsoft - DER SPIEGEL
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Virenwarnung Unterwegs im Namen von Microsoft

Manche Viren verbreiten sich so schnell, dass die Hersteller von Virenschutzsoftware nicht dazu kommen, sich auf einen Namen zu einigen: Derzeit geht "Palyh", respektive "Manx" um - und verbreitet sich wie ein Steppenbrand. Der Absender: Definitiv nicht Microsoft.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Manx/Palyh hat beste Chancen, in kürzester Zeit zum weltweit meistverbreiteten Wurm zu werden: Das Virus schneit ganz klassisch per E-Mail-Attachment ins Haus und trägt als Anhang eine PIF-Datei. Nur wer die anklickt, setzt das Virus in Gang.

Das klingt zunächst wie eine Entwarnung: Viren, die sich mittels dieser althergebrachten "Bauernfänger"-Methode verbreiten, waren in den letzten zwei Jahren nicht sonderlich erfolgreich. Im Fall Manx zeichnet sich trotzdem ein weltweiter Durchmarsch ab: Die Virenmail trägt als Absender "Support Microsoft" - und das klingt erst einmal amtlich.

Doch der Support von Microsoft, heißt es in einer aktuellen Virenwarnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik BSI, verschicke solche Mails grundsätzlich nicht.

Und mit Sicherheit keine, die "Cool Screensaver" enthalten. Das ist nur eine von mehreren möglichen Betreffzeilen:

  • Your details
  • Approved (Ref: 38446-263)
  • Re: Approved (Ref: 3394-65467)
  • Your password
  • Re: My details
  • Screensaver
  • Cool screensaver
  • Re: Movie
  • Re: My application

Die Mail selbst enthält nur ein Attachment, das mit der Betreffzeile korrespondiert und eine PIF-Datei enthält. Klickt man diese an, beginnt die Schadensroutine.

Die beschränkt sich auf ein virtuelles Muskelzeigen: Das Virus fischt E-Mailadressen aus verschiedensten Dateitypen ab, die es auf dem Rechner findet, und versendet sich selbst. Im Schneeballsystem verbreitet sich so die Schadensmail und hat das Potenzial, den Netzwerkverkehr ganz erheblich zu beeinträchtigen. Den Rechner selbst schädigt das Virus nicht - und trotzdem stellt es eine Art Zeitbombe dar.

Allerdings eine unter umgekehrten Vorzeichen: Statt zu einem bestimmten Zeitpunkt hochzugehen, killt sich Manx am 31. Mai selbst und wird dann im virtuellen Nirvana verschwinden: Der Witzbold, der die Nervensäge programmierte, wollte damit offensichtlich etwas beweisen.

Alle Hersteller von Virenschutzsoftware haben auf das neue Virus reagiert und stellen entsprechende Updates ihrer Programme im Web zur Verfügung. Wegen seiner explosionsartigen Verbreitungsgeschwindigkeit wird Manx/Palyph als gefährlich eingestuft. Bereits nach wenigen Stunden ist das Virus auf dem Weg in die "Top 10" der meistverbreiteten Viren.

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